Wladimir Klitschko heizt Gerüchte um seine Rückkehr an

„Man sagt nie nie“ : Klitschko heizt Gerüchte um seine Rückkehr an

Angeblich hat der Streamingdienst DAZN Wladimir Klitschko ein unmoralisches Angebot gemacht. Bringt ihn das dazu, doch noch einmal in den Ring steigen? Womöglich.

Wladimir Klitschko ergriff zu vorgerückter Stunde das Mikrofon und machte eines deutlich: "Dieser Preis gehört nicht den Klitschko-Brüdern, sondern der gesamten Boxfamilie", sagte der Ukrainer bei der feucht-fröhlichen Feier zum 70. Bestehen des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) in den urigen Tiroler Stuben von Münchens Starkoch Alfons Schuhbeck. Kurz zuvor waren er und sein Bruder Witali für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden.

Die versammelte deutsche Profibox-Familie war gerührt. Dariusz Michalszewski, Axel Schulz, Sven Ottke, Arthur Abraham und Kulttrainer Ulli Wegner spendeten warmen Applaus. Bruder Witali, mittlerweile Bürgermeister von Kiew, war angesichts des Wiedersehens mit den Altstars so ergriffen, dass er spontan zum Mikro griff und "New York, New York" intonierte.

Für weniger Klarheit sorgte Bruder Wladimir hinsichtlich der Gerüchte um seine Rückkehr in den Ring. "Vor zwei Jahren habe ich zum letzten Mal geboxt, der Status ist immer noch der gleiche. Und wenn es eine Änderung gibt, dann sage ich es und nicht die Medien", meinte der 43-Jährige. Zuvor hatte Dr. Steelhammer über ein mögliches Comeback dem SID gesagt: "Man sagt nie nie."

Offenbar genießt es der 43-Jährige auch, wieder in den Schlagzeilen zu stehen. Seit seinem Rücktritt nach der schmerzhaften Niederlage im Sensationsfight gegen den aktuellen Titelträger Anthony Joshua war der langjährigen Champ doch etwas abgetaucht, hielt Vorträge und kümmerte sich um seine kleine Tochter. Nun aber freut er sich über die Resonanz.

"Es kommen immer wieder Gerüchte auf, die für mich wie ein Kompliment sind. Wenn die Fans das wirklich sehen wollen, ist es schön. Ich freue mich, dass mich die Community und der Sport vermissen", sagte Klitschko, dem für eine Serie von bis zu drei Kämpfen vom Streaming-Portal DAZN angeblich 70 Millionen Euro angeboten worden waren. DAZN-Mehrheitseigner Leonard Blavatnik, ein US-Milliardär mit ukrainischen Wurzeln, ist ein Freund des jüngeren Klitschko.

Bruder Witali (47), trotz seines Karriereendes im Jahr 2013 immer noch mit Athleten-Figur, meinte vielsagend: "Geld ist sehr wichtig, aber nicht alles. Wladimir hat im Boxring alles bewiesen", sagte der frühere WBC-Weltmeister - und hat damit Recht. Sollte Wladimir tatsächlich gegen Joshua boxen, droht ihm eine erneute Schmach. Schon 2017 war Klitschko dem 14 Jahre jüngeren Briten unterlegen. Dieser hat sich in der Zwischenzeit weiter verbessert, Klitschkos Niveau dürfte gesunken sein.

Zudem machen vertragliche Verpflichtungen eine Rückkehr fast unmöglich. Klitschko hatte bei seinem Ausstieg 2017 mit seinem TV-Sender RTL noch einen Kontrakt über drei Kämpfe. Sollte der Olympiasieger von 1996 zurückkommen, wird RTL mitmischen wollen. Allerdings sind die potenziellen Gegner woanders gebunden. Tyson Fury steht bei ESPN unter Vertrag, Deontay Wilder bei Showtime, Joshua bei DAZN.

Kulttrainer Ulli Wegner hat auch sportliche Bedenken. "Wenn Wladimir gegen einen der drei Großen boxen muss, sollte er sich das gut überlegen", meinte der Meistermacher. Wegner vertraut aber ganz dem Klitschko-Lager. "Sein Manager Bernd Bönte wird klug genug sein, ihn richtig zu beraten."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Wladimir Klitschko

(sef/sid)
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