Premiere von "Undisputed Truth" am Broadway Mike Tysons unumstrittene "One-Man-Show"

Köln/New York · Auf die Bretter ist er im Verlauf seiner wechselvollen Karriere in mehrfacher Hinsicht oft gegangen, nun hat er es auf die Bretter, die die Welt bedeuten, geschafft: Im Juli feiert Mike Tyson mit seiner Ein-Mann-Show "Undisputed Truth" Premiere am weltberühmten New Yorker Broadway.

"Undisputed Truth": Tyson stellt seine "One-Man-Show" vor
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"Undisputed Truth": Tyson stellt seine "One-Man-Show" vor

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Foto: afp, STAN HONDA

Es wird Mike Tyson sein, auch wenn man ihn nicht gleich erkennt. Im weißen Cocktail-Sakko und mit Lederslippern an den Füßen wird der "böseste Mann des Planeten" begleitet von Jazz-Musik eine Bühne am Broadway betreten. "Ich bin immer noch ein Tier, Leute", wird der frühere Schwergewichts-Boxweltmeister sagen: "Ich habe mich nur nett angezogen."

Am 31. Juli feiert Tysons Ein-Mann-Show "Undisputed Truth" Premiere im New Yorker Longacre Theatre, sechs Nächte lang will der 46-Jährige seinen Zuschauern dort die unumstrittene Wahrheit servieren - auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

"Ich bin sehr verwundbar"

"Ich bin sehr verwundbar. Ich will den Leuten erzählen, wer ich bin, wo ich herkomme und wie alles passiert ist", sagt "Iron Mike". Schon im April führte er sein Stück in Las Vegas auf, für die überarbeitete Version zeichnet nun ein Großer des Showgeschäfts verantwortlich: Kult-Regisseur Spike Lee gibt gemeinsam mit Tyson sein Broadway-Debüt. "Man braucht Mut, um in den Ring zu steigen - aber es gehört genauso viel Mut dazu, diese Bühne zu betreten", sagt der Macher der Filme "Malcolm X" und "Inside Man", der eine "rohe" und "schmutzige" Show verspricht.

Die Geschichte, die Tyson erzählt, ist die Geschichte von Aufstieg und Fall des jüngsten Schwergewichtsweltmeisters der Geschichte. Mit 20 Jahren schon war der ehemalige Kleinkriminelle Mike Tyson 1986 erstmals Champion. Mit 21 trug er die Titel der drei großen Verbände, war der "Undisputed Heavyweight Champion". Doch sein größter Gegner war er selbst, seine Vergangenheit holte ihn ein. 1992 wurde Tyson der Vergewaltigung schuldig gesprochen und saß in der Folge eine dreijährige Haftstrafe ab.

Ohr-Biss im Kampf gegen Holyfield

Der legendäre Ohr-Biss im Kampf gegen Evander Holyfield im Jahr 1997, die wilde Schlägerei mit Lennox Lewis auf der Pressekonferenz vor einem WM-Kampf 2002 - immer wieder untermauerte Tyson sein Bad-Boy-Image. Sportlich, das war offensichtlich, hatte er seine besten Jahre da bereits hinter sich. 2003 reichte der gefallene Star am Gericht in Manhattan seine Bankrotterklärung ein. Ein verschwenderisches Leben, zwei gescheiterte Ehen und falsche Berater hatten den Boxer in den Ruin getrieben.

Kokain, Alkohol, Prostituierte, Straßenschlägereien - und Einsamkeit. Das Theaterstück soll nichts auslassen, zum größten Beichtstuhl der Welt werden. "Sie sehen nicht Denzel Washington, Sie sehen nicht Samuel L. Jackson", sagt Spike Lee: "Es ist Mike Tyson höchstpersönlich, und er erzählt die Geschichte seines Lebens. Das wird die Leute fesseln, wie es mich gefesselt hat."

Seit drei Jahren ist Mike Tyson trocken. Er hat zum dritten Mal geheiratet, seine Frau Kiki wirkte am Drehbuch mit. Der Boxer will am Broadway auch von seiner Läuterung erzählen. "Nicht alle Tiere sind wild", sagt er: "Man kann sie zähmen."

(sid)
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