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Boxerin Susi Kentikian siegt in Düsseldorf: Die "Killer Queen" schlägt wieder zu

Boxerin Susi Kentikian siegt in Düsseldorf : Die "Killer Queen" schlägt wieder zu

Düsseldorf (RPO). Sie ist gerade 20 Jahre jung. Sie ist 1,54 Meter klein. Sie nennt sich "Killer Queen" - und das aus gutem Grund. Sie hat zwei Fäuste aus Stahl. Susi Kentikian vom Hamburger Boxstall Spottlight hatte zur Fight Night ins Burg-Wächter Castello im Düsseldorfer Stadtteil Reisholz geladen.

Ihr Arbeitsauftrag für solche Abende ist recht simpel: Im Optimalfall die vorzeitige Verteidigung ihrer beiden WM-Gürtel im Fliegengewicht durch K.o.Diesmal stand ihr im Ring die Israelin Hagar Shmoulefeld Finer gegenüber. Eine aus der Kategorie "besonders unangenehme Gegnerinnen". Denn die 23-Jährige, die auch schon die Kontrahentin von Box-Königin Regina Halmich bei deren Abschiedskampf war, hat einen mitunter recht unorthodoxen Boxstil.

Das bekam auch Kentikian zu spüren, die sich über die volle Distanz von zehn Runden mühen musste. Am Ende stand ein einstimmiges Urteil, alle drei Punktrichter sahen sie vorne.

Shmoulefeld sah das offensichtlich anders. Fluchtartig verließ sie den Ort der Niederlage. Ihr erster Weg führte sie indes in die Universitätsklinik. Ihr Kreislauf war völlig am Boden, dazu soll sie sich eine Fraktur an der Augenhöhle zugezogen haben. Eine genaue Diagnose gibt es bislang noch nicht.

Kentikian störte das alles wenig. Zufrieden ließ sie sich von ihrem Vater durch den Boxring tragen. In der ersten Reihe kullerten einem ganz besonderen Fan von ihr die Tränen übers Gesicht. Opa Kentikian war extra aus Los Angeles angereist, um sich zum ersten Mal einen Kampf seiner schlagkräftigen Enkelin anzusehen.

Ansonsten war nicht viel Prominenz rund um den Ring. Einzig Regina Halmich, die unter der Woche als Kämpferin des Jahrzehnts ausgezeichnet wurde, sorgte für den nötigen Glanz. Selbst die üblichen Verdächtigen, die sich gerne mit Goldketten und dicken Ringen schmücken, waren diesmal nur sehr spärlich im Castello vertreten. Das wird wohl im Oktober in Berlin ganz anders ausschauen.

Dort gibt Vitali Klitschko (37) nach vier Jahren Zwangspause wegen diverser Verletzungen gegen den Nigerianer Samuel Peter (27) sein Comeback und ein Promiauflauf der Extraklasse ist garantiert.

Bis zu so viel Beachtung ist es für Kentikian noch ein etwas längerer Weg. Vielleicht könnte sich da ein mögliches Duell gegen die abgetretene Box-Queen Regina Halmich als förderlich erweisen. Hinter den Kulissen wird bereits seit Monaten über diesen Fight gemunkelt.

Halmich hat zwar flugs erklärt, für sie käme kein Comeback in Frage. Doch wenn die Gage stimmt, würde vielleicht auch sie ins Grübeln kommen. Dieses Duell könnte sich also am Ende für Kentikian und Halmich als sehr gutes Geschäft entpuppen.