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Coronavirus: Olympia-Qualifikation im Boxen mit Nadine Apetz findet trotzdem statt

Nadine Apetz boxt in der Olympia-Quali : „Es ist schön, Normalität zu erleben“

Das olympische Qualifikationsturnier im Boxen findet in London trotz Corona-Pandemie statt. Mittendrin: die Haanerin Nadine Apetz.

Die Sportwelt ruht. Fast überall. Wegen der Coronavirus-Pandemie. Aber eben nicht überall. Einer der wenigen Schauplätze auf diesem Planten, an dem munter weiter Spitzensport ausgeübt wird, ist eine der Olympia-Hallen von 2012 in London. Hier findet in diesen Tagen das olympische Qualifikationsturnier der Europäer im Boxen statt. An den ersten beiden Tagen sogar noch mit Zuschauern. Erst seit Montag wird das Turnier ohne fortgesetzt. Das teilte der Ausrichter mit. Als Gründe wurden eine „veränderte Situation mit dem Coronavirus sowie Bedenken um die öffentliche Gesundheit“ angegeben.

Mittendrin in diesem ungewöhnlichen Sportevent: die Haanerin Nadine Apetz. Die 34-Jährige trennt noch ein Gefecht von ihrem Ticket zu Olympia. Das Duell im Weltergewicht (bis 69 Kilogramm) mit der Polin Karolina Koszewska sollte eigentlich erst am Freitag stattfinden, jetzt geht es schon morgen in den Ring. „Die Organisatoren haben das Turnier etwas gerafft. So soll es wohl bis zum Schluss parallel in zwei Ringen weitergehen und nicht, wie sonst üblich ab Halbfinale, in nur noch einem Ring geboxt werden“, sagt die 34-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Nationalmannschaftskollegin Uschi Gottlob musste ihre Hoffnung auf eine Teilnahme in Tokio nach einer Niederlage in der ersten Runde vorzeitig aufgeben.

Apetz jedenfalls ist hin- und hergerissen, wie sie es finden soll, gerade Spitzensport zu betreiben, wo sonst alles auf Stillstand geschaltet ist. „Es ist schon merkwürdig zu wissen, dass an vielen Orten der Welt Ausnahmezustand herrscht. Aber es ist andererseits auch schön, hier Normalität zu erleben. Ich glaube nicht, dass hier leichtsinnig mit der Situation umgegangen wird. Aber es herrscht auch keine Panik“, sagt sie.

In London kämpfen 342 Athleten bis zum 24. März um 77 Quotenplätze für die Sommerspiele in Tokio (24. Juli bis 9. August). Um sich sicher für Olympia zu qualifizieren, muss man das Halbfinale erreichen. Die Verlierer der Viertelfinals ermitteln in einigen Gewichtsklassen in Ausscheidungskämpfen die restlichen Tokio-Starter. Wer in London scheitert, hat im Mai in Paris bei der globalen Qualifikation eine weitere Chance.

(klü/dpa)