Boxen: Tyson Fury nimmt nach Punktsieg gegen Otto Wallin Deontay Wilder ins Visier

"Dich will ich als nächstes, Penner!" : Skandalboxer Fury nimmt nach Punktsieg Wilder ins Visier

Tyson Fury hat gegen den Schweden Otto Wallin in Las Vegas einen hart erkämpften Sieg gefeiert. Seinen nächsten Rivalen nahm er noch im Ring ins Visier.

Tyson Fury setzte seinen bösen Blick auf und wirkte noch einschüchternder als ohnehin. Sein Gesicht war geschwollen, über seinem rechten Auge klaffte eine tiefe Fleischwunde. Wenigstens das Blut hatte sich der Skandalboxer abgewischt, als er mit heiserer Stimme nach dem hart erkämpften Sieg gegen den Schweden Otto Wallin den nächsten Gegner ins Visier nahm.

"Deontay Wilder", brüllte der Brite ins Hallenmikrofon in Las Vegas: "Dich will ich als nächstes, Penner!" Am 22. Februar 2020 soll der mit Spannung erwartete Rückkampf gegen US-Weltmeister Wilder starten. Gegen diesen hatte der ungeschlagene Fury im ersten Aufeinandertreffen am im Dezember 2018 in Los Angeles sein erstes Remis kassiert.

Das Urteil damals war zumindest umstritten, es ist ein Makel in der ansonsten perfekten Kampfbilanz des Klitschko-Bezwingers. Schon am Samstag schien ein weiterer Rückschlag für den "Gypsy King" und eine kleine Box-Sensation nicht weit entfernt.

Gegen den bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Wallin hatte der 31 Jahre alte Fury mehr Mühe als erwartet. Bereits in der dritten von zwölf Runden erlitt Fury einen tiefen Cut über dem rechten Auge und blutete heftig. "Das hat dem Kampf eine komplett neue Wendung gegeben. Ich konnte den Großteil des Kampfes nicht richtig sehen", sagte Fury.

Sein Lager verrichtete Schwerstarbeit, um die Verletzung unter Kontrolle zu bringen, es drohte eine Niederlage durch technischen K.o. Der 28 Jahre alte Wallin, für den es der mit Abstand größte Kampf seiner Karriere war, wehrte sich heftig, Fury setzte aber gerade in der Schlussphase die klar besseren Treffer und fügte dem Gegner die erste Niederlage im 21. Fight zu.

"Es waren zwölf gute Runden, er war ein harter Gegner", sagte Fury. Das Urteil der Kampfrichter fiel einstimmig aus: 116:112, 117:111, 118:110. Außenseiter Wallin war dennoch zufrieden. "Ich habe alles reingeworfen und mein bestes gegeben. Tyson ist ein großer Champion", sagte er. "Niemand kann an meinem Herzen oder daran zweifeln, dass ich ein guter Kämpfer bin."

Dieser ist zweifellos auch Fury. Bei seinem 29. Sieg (20 durch K.o.) im 30. Profikampf hatte er sich dennoch deutlich schwerer getan als noch im Juni gegen den Magdeburger Tom Schwarz, den er bereits in der zweiten Runde vorzeitig besiegte. Fury musste nun sogar ins Krankenhaus eingeliefert, wo sein heftiger Cut am rechten Auge behandelt wurde.

Für Fury steht nun vorerst Erholung auf dem Plan. Sein Ziel hat er dabei schon vor den geschwollenen Augen: Das große Duell mit Wilder (41 Siege und 40 Knockouts in 42 Kämpfen).

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fury bezwingt Wallin trotz üblem Cut über dem Auge

(ako/sid)
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