Bochum: Bochum beendet Kölns Hoffnungen

Bochum : Bochum beendet Kölns Hoffnungen

Durch den 2:1-Sieg gegen den Gast vom Rhein holt der Zweitligist unter dem neuen Cheftrainer Neururer die maximale Ausbeute von zwölf Punkten aus vier Spielen. Für den Gegner ist das Thema Bundesliga-Rückkehr damit abgehakt.

Peter Neururer benötigte einige Augenblicke, ehe er seine Freude ausleben konnte. Während der Bochumer Chefcoach die Nähe seiner Spieler suchte, stand Kollege Holger Stanislawski allein auf dem Rasen. Die Profis des 1. FC Köln hatten gerade mit der 1:2-Niederlage die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Fußball-Bundesliga zunichte gemacht. "Es fehlt an Qualität. Es mangelt an Ruhe, an Klarheit und an Durchschlagskraft", analysierte der gefrustete Chefcoach. "Wir haben lange Zeit vieles richtig gemacht, belohnen uns aber nicht mit dem zweiten Tor. Wir haben in dieser Saison 39 Tore erzielt – zu wenig für die Vielzahl an Chancen. Deshalb stehen wir in der Tabelle dort, wo wir stehen – und sind eben Vierter." Dass Kapitän Miso Brecko ankündigte, seinen Vertrag nun wohl doch verlängern zu wollen (angeblich bis 2016), taugte diesmal höchstens als Randnotiz.

Denn diesmal half der 1. FC Kaiserslautern den Kölnern nicht. Vor einer Woche noch hatten die Pfälzer mit ihrer 2:4-Niederlage in Cottbus den Rivalen, der zuvor in Duisburg (1:1) und gegen 1860 München (1:1) geschwächelt hatte, im Rennen gehalten. Nach dem 4:1 gegen Verfolger FSV Frankfurt aber sind die Pfälzer mit nun vier Punkten Vorsprung auf Köln wohl durch und können für die Relegation gegen den 16. der Bundesliga planen.

In Bochum ist man dagegen froh, dass die Gefahr des Abstiegs zusehends geringer wird. "Noch haben wir nichts erreicht. Wir sind immer noch in einer brisanten Situation", mahnte Neururer zu konzentrierter Arbeit. Es ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn ohne die vier Siege in den vier Spielen, in denen der Rückkehrer die Bochumer betreute, wäre das Thema Klassenerhalt vielleicht schon erledigt, hätte die Mannschaft nun keine vier Punkte Vorsprung auf den 16. Tabellenplatz.

"Es ist unglaublich, welche Euphorie er entfacht hat", sagte Marcel Maltritz. Nicht zuletzt in der Mannschaft, die Neururers Worte nicht nur hört, sondern das Gesagte auch umsetzen kann. "Es waren Standardsituationen, die wir im Training einstudiert haben", erklärte der Chefcoach mit Blick auf die Kopfballtore, die Zlatko Dedic (65.) nach einem Rzatkowski-Freistoß und Maltritz (79.) nach einer Tasaka-Ecke erzielt hatten. Zwei Situationen, die Kölns Trainer Stanislawski verzweifeln ließen.

Dabei hatte es nach dem Führungstor (30.) durch Adil Chihi, der zunächst den Pfosten getroffen, dann aber den zu ihm zurückspringenden Ball versenkt hatte, gut ausgesehen für den Gast. Sicherlich war es Pech, dass unmittelbar vor dem Ausgleich der Schuss von Adam Matyschyk vom Bochumer Michael Lumb auf der Torline gestoppt worden war, aber auch die Gastgeber hatten durch Tasaka (schoss neben das Tor) und Dedic (traf die Latte) noch Großchancen.

Als fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, erfüllte ein kollektives Aufstöhnen das Stadion. "Ich bin mehr als dankbar für die Leidenschaft des zwölften Mannes", betonte Neururer. Wie die Fans seine Spieler in den vielen schwierigen Phasen unterstützt hätten, sei sensationell gewesen.

Waren in den 14 Heimbegegnungen zuvor rund 168 000 Fans im Stadion, kamen nun zu den beiden Neururer-Spielen 54 472. Gegen Köln war die Arena erstmals seit langer Zeit bei einem Punktspiel wieder ausverkauft (28 400). Am kommenden Sonntag beim FSV Frankfurt, der nach der Niederlage in Kaiserslautern ohne Ambitionen ist, spätestens an Pfingstsonntag im Heimspiel gegen Union Berlin will Neururer seinen Auftrag erledigt haben.

(RP)
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