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Leverkusen: Bayer stürmt ins Achtelfinale

Leverkusen : Bayer stürmt ins Achtelfinale

In der Nachspielzeit köpft Manuel Friedrich den Siegtreffer zum 2:1 gegen den FC Chelsea. Damit könnten die Leverkusener sogar das letzte Gruppenspiel in Genk verlieren und würden dennoch in der Königsklasse überwintern.

Bayer Leverkusen hat die Gruppenphase der Champions League erfolgreich überstanden – und das sogar vorzeitig. Die Werkself siegte im 100. Europapokalspiel von Michael Ballack 2:1 (0:0) gegen den FC Chelsea und überwintert damit nach sieben Jahren erstmals wieder in der Königsklasse. Wegen der speziellen Champions-League-Arithmetik könnte selbst eine Niederlage im abschließenden Gruppenspiel in Genk die Mannschaft von Trainer Robin Dutt jetzt nicht mehr aus dem Wettbewerb werfen.

"Wir freuen uns riesig. Alle Spieler haben heute super gekämpft, und wir sind verdient im Achtelfinale", sagte Sportdirektor Rudi Völler. "Der Trainer hat genau richtig gewechselt und alles auf eine Karte gesetzt. Dass wir bereits vor dem letzten Spieltag direkt qualifiziert sind, ist einfach unglaublich."

Philipp Wollscheid dürfte die Partie daheim in Nürnberg am Fernseher mit Interesse verfolgt haben. Am Mittag hatte Bayer 04 bekannt gegeben, dass der auch von Bayern und Dortmund umworbene 22-jährige Innenverteidiger im kommenden Sommer für fünf Jahre aus Franken ins Rheinland wechseln wird. Was Wollscheid und alle anderen Zuschauer zu sehen bekamen, war eine Leverkusener Mannschaft, die zu Beginn mit Esprit und Einsatzwillen zu Werke ging, wie es in der bisherigen Saison die Ausnahme war. Selbst das anspruchsvolle Publikum in der BayArena ließ sich bereitwillig anstecken.

Ein Lattenkopfball vom emsigen Michael Ballack im Duell mit seinen ehemaligen Chelsea-Mitstreitern war jedoch der einzige nennenswerte Ertrag dieser Sturm-und-Drang-Phase. An der wirkte André Schürrle lange Zeit nicht mit. Der Nationalspieler saß nach überstandener Grippe zunächst auf der Bank. In der Folge ließ sich die Werkself durch einige Entscheidungen des ungarischen Schiedsrichters Viktor Kassai aus dem Rhythmus bringen und die Weltauswahl aus London stärker aufkommen. Für die hatte Stürmerstar Didier Drogba die Führung auf dem Fuß, als er den jungen Torhüter Bernd Leno umkurvt hatte, aber übers leere Tor schoss. Ein paar Minuten später machte es Drogba besser, drehte sich um den in dieser Situation hüftsteifen Manuel Friedrich und schoss zum 0:1 ein.

Doch Bayer stemmte sich gegen die drohende Niederlage. Und einer ging voran: Michael Ballack. Innerhalb einer Minute scheiterte er erst per Fallrückzieher und danach aus kürzester Distanz an Chelseas Keeper Peter Cech.

Auf der Gegenseite verhinderte Leno mit reaktionsschnellen Paraden zweimal die Vorentscheidung. Eren Derdiyok sorgte für Bayers Comeback in diesem Spiel. Der kurz zuvor eingewechselte Schweizer Stürmer köpfte nach Vorarbeit des völlig frei vor Cech auftauchenden Sidney Sam zum 1:1 ins Tor. Damit holte er seinen Verein zurück ins Rennen ums finanziell so lukrative Achtelfinale. Bayers Glückseligkeit trug aber noch einen weiteren Namen: Manuel Friedrich. Der bis dahin eher unglücklich agierende Innenverteidiger köpfte in der Nachspielzeit eine Ecke zum 2:1-Siegtreffer ein und sorgte dafür, dass sie in der BayArena "Freude schöner Götterfunken" über die Lautsprecher intonierten.

(RP)