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Telekom Baskets Bonn rechnen mit Gerichtsstreit wegen Kündigung von Joshiko Saibou

„Kein Gelegenheitsleugner“ : Bonn rechnet mit Gerichtsstreit wegen Kündigung von Saibou

Nach der fristlosen Kündigung von Nationalspieler Joshiko Saibou rechnet Basketball-Bundesligist Telekom Baskets Bonn mit einer Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht. Der Verein steht aber zu seiner Entscheidung.

„Wir wissen, dass wir keine guten Karten haben, da mit einer Null rausgehen. Es läuft wahrscheinlich auf einen Vergleich hinaus“, sagte Klubpräsident Wolfgang Wiedlich dem sid: „Aber das ist uns allemal lieber, als das unser Mini-Raumschiff in die Luft fliegt.“

Die Bonner hatten sich am Dienstag nach Saibous Teilnahme an einer Großdemonstration gegen die Anti-Coronamaßnahmen vom 30-Jährigen getrennt. Der Point Guard stelle „ein permanentes Infektionsrisiko“ dar. Schon im Mai hatten er und seine Freundin, die Weitspringerin Alexandra Wester, mit Einlassungen zur Coronakrise in den Sozialen Netzwerken polarisiert. Saibou bezeichnete seine Entlassung bei Instagram als „totalitär“ und als „Schlag ins Gesicht der Meinungsfreiheit“.

Der Klub lässt diese Argumentation jedoch nicht zu. „Ich habe nichts gegen kontroverse Diskussionen zu diesem Thema, aber Joshiko Saibou gefährdet fahrlässig unsere Existenzgrundlage“, sagte Sportmanager Michael Wichterich dem SID. Ein Überleben des Klubs könne es derzeit nur geben, „wenn wir ein wasserdichtes Hygienekonzept präsentieren und auch erfüllen - und das ist mit Joshiko Saibou nicht zu machen.“

Klubpräsident Wiedlich ergänzte, Saibou sei „kein Gelegenheitsleugner“. Man wolle mit den Hygienemaßnahmen "einen Schutzwall gegen Corona" aufbauen, „da kann es keinen geben, der sagt: 'Pass auf, das Virus gibt es gar nicht'.“

Auch der Verein Athleten Deutschland beschäftigt sich mit der Kündigung. „Er hat Kontakt zu uns aufgenommen. Wir sind dabei, das zu überprüfen, wollen uns aber erst einmal einen Überblick über den Fall verschaffen“, sagte Geschäftsführer Johannes Herber der Deutschen Presse-Agentur.

(sid/old)