Rassismus im Basketball: Konstantin Konga erreicht Welle der Solidarität

Eklat in der BBL : Konga wehrt sich gegen Rassimus

Basketball-Profi Konstantin Konga ist während eines Bundesliga-Spiels rassistisch beleidigt worden. Die Szene reagierte mit großer Geschlossenheit.

Konstantin Konga erreichte eine Welle der Solidarität. Die Ligaspitze, mehrere Klubs und eine Reihe von Profis aus der Basketball-Bundesliga stellten sich nach dem Rassismus-Vorfall entschlossen und einmütig hinter den Kapitän der Riesen Ludwigsburg. "Es gibt dafür keinen Platz. Es passt überhaupt nicht zu uns", sagte BBL-Chef Stefan Holz dem SID und betonte noch einmal die Weltoffenheit der gesamten Szene.

Mit unüberhörbaren Affenlauten war Konga beim 89:87-Sieg seines Klubs am Mittwochabend beim MBC Weißenfels von einem Zuschauer beleidigt worden. Tags darauf setzte er sich in einem ausführlichen Statement bei Instagram zur Wehr. "Ich weiß, dass ich als weiße Person per Definition nicht von Rassismus betroffen sein kann", schrieb er in dem Sozialen Netzwerk: "Ich möchte aber auf das hier in Deutschland bestehende Rassismus-Problem hinweisen."

Er sehe es als seine Pflicht an, schwarzen Sportlern solidarisch gegenüberzustehen und das Thema an die Öffentlichkeit zu tragen, ergänzte Konga, der früher Klein hieß. Bei seiner Hochzeit im Sommer hatte er den Namen seiner Frau mit angolanischen Wurzeln angenommen. Die Schmähungen einfach hinzunehmen, kam für ihn nicht infrage. Es sei "eine weiße Taktik, schwarze Menschen zu dehumanisieren und abzuwerten".

Der Vorfall ereignete sich vor einem Einwurf Anfang des vierten Viertels. Der 28 Jahre alte Konga informierte sofort den Schiedsrichter, "da es nicht zu überhören war." Der Technische Kommissar machte später eine Notiz im Spielberichtsbogen. Die BBL verhängte am Freitag eine "signifikante" Geldstrafe. Wie die Liga weiter mitteilte, habe der Zuschauer sein Fehlverhalten eingeräumt. Er habe darum gebeten, die Strafe selbst zu zahlen, sie kommt einer gemeinnützigen Organisation zugute.

Dabei dürfte berücksichtigt worden sein, dass der Verein aus Sachsen-Anhalt prompt und unmissverständlich reagierte, der identifizierte Täter wurde mit einem Hausverbot für den Rest des Jahres belegt. Zudem betonte der MBC, sich entschieden gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu stellen: "Zuschauer, die diese Einstellung nicht teilen, sollten einen großen Bogen um die Stadthalle Weißenfels und unseren Klub machen." Der Bundesligist gab an, stolz zu sein auf seine Mitarbeiter und Spieler aus sieben verschiedenen Nationen.

Konga nahm die große Unterstützung dankbar auf. Am Freitag verschob er seinen Fokus dann aber wieder auf den Sport, am Samstag (20.30 Uhr/MagentaSport) steht ein Heimspiel gegen Braunschweig an.

(sid/old)
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