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FC Bayern gewinnt den deutschen Basketball-Pokal gegen Alba Berlin

„Supergeil“ : Bayerns Basketballer entthronen Double-Sieger Alba im Pokal

Gegen Ulm fast schon draußen, nun beide Hände am silbernen Pott: Der FC Bayern München ist zum dritten Mal Basketball-Pokalsieger. Nach dem ganz bitteren Europa-Aus dürfte der Titel dem Trinchieri-Team auch wichtigen Schwung für die Playoffs geben.

Für einen Jubeltanz hatten die Marathon-Männer des FC Bayern München noch genügend Kraft. Nach dem dritten Triumph im deutschen Basketball-Pokal hüpfte das Team von Trainer Andrea Trinchieri freudig und ausgelassen durch den menschenleeren Audi Dome. „Supergeil, das Ding zuhause hier zu gewinnen“, sagte Nationalspieler Paul Zipser nach dem 85:79-Sieg über Dauerrivale Alba Berlin am Sonntag. „Ich hatte persönlich auch eine offene Rechnung, weil wir es hier schon mal verloren haben. Ich finde es extrem geil, dass wir uns mit dem ersten Titel belohnen.“

Die Münchner verwehrten dem Double-Sieger aus der Hauptstadt damit den dritten nationalen Titelgewinn in Serie. Gerade einmal drei Wochen nach der 62:100-Demütigung revanchierten sich die von Andrea Trinchieri trainierten Münchner für die schmerzhafte Niederlage im Ligabetrieb. Als wertvollster Spieler wurde Bayerns Vladimir Lucic ausgezeichnet.

Für die nun beginnenden Playoffs gelten die Münchner, die zum Sieg im Halbfinale gegen ratiopharm Ulm zwei Verlängerungen gebraucht hatten, auch als heißester Titelanwärter. „Wenn jemand mal einen schlechten Tag hat, sind alle hinter einem. Wir sind einfach da, helfen uns und kämpfen bis zum Schluss“, lobte Zipser die Teamkollegen. Der enttäuschte Berliner Niels Giffey sagte: „Ich bin gerade erstmal extrem frustriert. Es ist einfach bitter jetzt gerade.“

Herausragende Spieler beim Endspielsieg der Münchner im coronabedingt menschenleeren Audi Dome waren Zipser (18 Punkte) und Wade Baldwin (13). Aufseiten der Berliner, die den Halbfinal-Marathon des Gegners gegen Ulm nicht ausnutzen konnten, erzielte Jayson Granger (17) die meisten Zähler. Für Bayern war es nach 1968 und 2018 der dritte Pokaltriumph, nur Berlin und Leverkusen mit jeweils zehn Titeln und Bamberg (sechs) gewannen den Pokal häufiger.

Anders als 2016, als Alba das Pokalendspiel in München mit 67:65 gegen die Bayern gewann, ließen sich die Gastgeber diesmal nicht den Titel in der eigenen Halle nehmen. Und das trotz eines ganz schwachen ersten Viertels, das mit 17:29 verloren ging. Danach drehte Bayern auf, der ehemalige NBA-Profi Zipser übernahm in der Offensive Verantwortung und führte sein Team zu einer knappen Halbzeitführung.

Bayern-Präsident Herbert Hainer war am Mikrofon von Magentasport voll des Lobes. „Es ist eine absolut erfolgreiche Saison, man muss den Hut ziehen vor den Burschen. Das ist schon klasse, was sie leisten“, sagte Hainer. In der Euroleague waren die Bayern nach der besten Saison eines deutschen Teams erst im Viertelfinale gescheitert.

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Nach der Pause knüpften die Bayern gegen Alba ans zweite Viertel an und setzten sich ein Stück weit ab. In der Schlussphase blieben die Münchner abgeklärt, vor allem die immer stärkere Defensive war nun für den Titelgewinn ausschlaggebend.

Das zweitägige Kräftemessen im Pokal war für die Topteams auch eine Generalprobe für die am Mittwoch beginnenden Playoffs. Titelfavorit Bayern und Champion Berlin bekommen es dabei zunächst mit den beiden eher als Außenseitern gehandelten Teams aus Crailsheim und Hamburg zu tun. Neben dem Finalisten-Duo gelten auch die MHP Riesen Ludwigsburg und ratiopharm Ulm zum engeren Favoritenkreis.

Ulm hatte den Münchnern am Samstag einen riesigen Kampf geliefert und im Halbfinale erst nach 50 Minuten mit 102:104 verloren. „Das Spiel war fast schon weg, aber wir sind wieder zurückgekommen. Normalerweise können solche Spiele mit einem Desaster enden“, betonte Trinchieri.

Albas Sieg über die BG Göttingen (112:96) am Abend war da wesentlich souveräner ausgefallen. Das Turnier der vier verbleibenden Teams hätte eigentlich schon vor vier Wochen ausgetragen werden sollen, wurde dann aber wegen zweier Corona-Fälle bei Göttingen verschoben.

(dör/dpa)