Deutsche Basketballer gewinnen beim Supercup auch gegen Polen

Perfekte Bilanz : Deutsche Basketballer gewinnen beim Supercup auch gegen Polen

Mit dem souveränen Sieg beim Supercup haben die deutschen Basketballer vor der WM in China so richtig Schwung aufgenommen. NBA-Talent Moritz Wagner steht vor dem Aus.

Dennis Schröder haderte, kaum etwas wollte gelingen. Doch dann versenkte der Starspieler der deutschen Basketballer seinen neunten Dreierversuch und die Schröder-Show begann in Hamburg erneut - mit 33 Punkten und einer persönlichen Bestleistung beim abschließenden 92:84 (36:44) im Supercup gegen Polen lieferte der 25-Jährige eine Gala ab.

Der Starspieler strotzt vor dem Abflug zur WM vor Optimismus. "Die Vorfreude auf die WM ist groß, die Teamchemie ist super", sagte Schröder bei Magenta Sport, der gegen Polen zeigte, dass er auch beißen kann: "In der ersten Halbzeit haben wir keinen guten Job gemacht als Team, und ich habe die Energie nicht gebracht. Die Coaches haben uns in der Halbzeit angemacht, und dann lief es besser, wir sind mit Energie rausgekommen."

Wie Schröder freut sich Bundestrainer Henrik Rödl über die exzellente Chemie in der Mannschaft ("Ich vertraue da jedem Einzelnen), und die Experten sprechen bereits von einem möglichen Medaillencoup - mit dem phasenweise spektakulär herausgespielten ersten Supercup-Sieg seit dem Ende der Ära Dirk Nowitzki haben die deutschen Basketballer die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Turnier in China weiter befeuert. Am Mittwoch geht das Abenteuer so richtig los - allerdings wohl nicht für Moritz Wagner.

Wenn Schröder und Co. in München in den Flieger gen Japan steigen, wird der NBA-Profi wohl fehlen. Der NBA-Profi gehörte gegen Polen am Sonntag nicht mehr dem Kader an, der vor der Weltmeisterschaft (31. August bis 15. September) in Asien weitere Testspiele absolvieren wird.

Rödls harte Entscheidung verdeutlicht das Potenzial seines Aufgebots, das noch um einen weiteren Profi reduziert werden muss. Das Selbstvertrauen ist enorm groß. "Wir können sehr viel erreichen", sagte Schröder. "Die Mannschaft wirkt für mich sehr zusammen", ergänzte Rödl, der in der Hansestadt nicht nur Gefallen am glänzend aufgelegten Schröder Gefallen fand: "Ich bin begeistert von Dennis' Einstellung. Er spielt für alle mit und verteidigt konstant."

Vor allem bei den deutlichen Siegen im ersten echten Härtetest gegen WM-Teilnehmer Tschechien (87:68) und gegen Ungarn (83:63) präsentierte sich der mit viel NBA-Power ausgestattete Kader als Einheit, Rödls Team hat einen Qualitätssprung gemacht, Profis wie Daniel Theis (Boston Celtics) oder Maximilian Kleber (Dallas Mavericks) flankieren Aufbauspieler Schröder und genügen höchsten Ansprüchen. Das ist auch nötig, denn die Auslosung ist schwer, schon zum Start am 1. September gegen Frankreich muss viel für einen Sieg stimmen.

Trotz der enorm starken Konkurrenz glauben Insider an eine Chance auf Edelmetall für die DBB-Auswahl, bislang reichte es bei einer WM nur 2002 mit Nowitzki für Bronze. "Sie haben Ambitionen, Ziele. Ich glaube, dass Deutschland zu den Medaillenfavoriten zählt", sagte Svetislav Pesic, Europameister-Trainer von 1993. Dirk Bauermann sprach im SID-Interview von der "talentierteste Mannschaft, die der deutsche Basketball jemals hatte."

Rödl betonte hingegen, dass noch jede Menge Arbeit ansteht: "Wir haben in allen Bereichen Steigerungspotenzial." Dies bewies auch die Partie gegen Polen, bei der Schröder und Co. in der ersten Halbzeit der Fokus fehlte. Viel zu viele Würfe verfehlten ihr Ziel. Die Defensive wackelte zudem im Team, das erneut ohne den angeschlagenen Kapitän Robin Benzing (Knie) auflief. Wie schnell der 30-Jährige fit wird, gilt es noch zu klären.

(ako/sid)
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