„Jetzt nicht rumheulen“ Bayerns Basketballer nehmen den steinigen Weg

Köln · Meister Bayern München kommt beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga nicht in Schwung. Nach der durchwachsenen Vorrunde hat der Gastgeber schon im Viertelfinale eine schwierige Aufgabe zu bewältigen und muss sich dringend steigern.

 Leon Radosevic in Aktion.

Leon Radosevic in Aktion.

Foto: dpa/Ulf Duda

Paul Zipser war sehr bemüht, den Kopf hoch zu halten. "Wir dürfen jetzt nicht rumheulen", appellierte der Nationalspieler des FC Bayern nach Abschluss der mehr als durchwachsenen Vorrunde beim Finalturnier der Basketball Bundesliga (BBL). Eigentlich galt Meister München beim Event in der eigenen Halle als Topfavorit auf den Titel, doch andere Teams haben bisher einen viel stärkeren Eindruck hinterlassen.

Mehr als Platz drei war für den Gastgeber in der Fünfergruppe A nicht drin. Nach zwei Pleiten aus vier Spielen mussten die Bayern ratiopharm Ulm (4:0) und den EWE Baskets Oldenburg (3:1) den Vortritt lassen - das hat Folgen. Schon am Mittwochabend (20.30 Uhr/MagentaSport) geht es im Viertelfinal-Hinspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg. Die Münchner nehmen so ziemlich den härtesten Weg, eine Bruchlandung droht.

"Es ist fast egal, gegen wen wir spielen. Wir haben es uns jetzt ein bisschen schwerer gemacht und einen Tag weniger Pause zur Vorbereitung", sagte Zipser. Dabei war gerade die letzte Niederlage gegen Oldenburg (81:89) unnötig. Die Bayern hatten lange Zeit alles im Griff, ließen dann aber einen 14:0-Lauf des Gegners zu und kamen nicht mehr zurück.

Mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf sind solche Signale ganz schlecht, das weiß auch Zipser. "Wir haben es nicht geschafft, aus dem Loch rauszukommen", sagte der frühere NBA-Profi. Viel wichtiger war aber das Ergebnis seiner Ursachenforschung: "Wir haben nicht zusammen versucht rauszukommen."

Das Kollektiv scheiterte, da ist es kein Wunder, dass der Trainer die Frage beantworten musste, ob es den Bayern vielleicht an Teamgeist mangele. Doch Oliver Kostic betonte ausdrücklich: "Wir leben." Bei aller Enttäuschung müsse sich die Mannschaft nicht verstecken: "Wir sehen uns im Viertelfinale nicht als Underdog, wir wollen weiterhin weit kommen."

Führungsspieler Vladimir Lucic, mit 16 Punkten gegen die Oldenburger bester Werfer der Bayern, gab sich selbstkritisch. "Wir hatten eine gute Phase und dachten, das Spiel wäre entschieden, es waren aber noch 15 Minuten zu spielen." Das Problem scheint eher in den Köpfen zu stecken, nicht in Armen oder Beinen.

Es ist das erklärte Ziel des FC Bayern, seinen ersten Meister-Hattrick in der BBL zu holen. Soll das gelingen, muss aber vieles besser werden. Denn nicht nur der nächste Gegner hat sich bislang besser präsentiert. Den Heimvorteil gibt es ohne Zuschauer eh nicht, und im Format mit Hin- und Rückspiel können weitere Ausrutscher in der K.o.-Phase schnell teuer werden. "Es wird hart", sagte Zipser.

(eh/sid)