Basketball-WM: Deutschland schlägt Tunesien - Verletzung von Lo trübt Erfolg

WM-Vorbereitungsspiel : Deutschlands Basketballer siegen und sorgen sich

Die deutschen Basketballer um NBA-Star Dennis Schröder haben auch den drittletzten Test vor der WM in China deutlich gewonnen. Dabei zeigte das Team viele Stärken und wenige Schwächen. Sorgen bereitet aber eine mögliche Verletzung.

Mit einem dominanten ersten Auftritt in Asien haben die deutschen Basketballer um NBA-Star Dennis Schröder die WM-Hoffnungen weiter angeheizt. Beim 89:70 (42:35)-Testspielsieg über Afrikameister Tunesien am Freitag in der Olympia-Arena von Saitama trübte allerdings eine Verletzung von Aufbauspieler Maodo Lo die Stimmung beim Team von Bundestrainer Henrik Rödl. Der Schröder-Ersatzmann vom FC Bayern knickte im zweiten Viertel um, humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Parkett und kehrte nicht wieder zurück.

Die mutmaßliche Verletzung könnte Bundestrainer Henrik Rödl die Entscheidung abnehmen, aus dem derzeitig noch 13-köpfigen Kader einen weiteren Spieler zu streichen. Für die WM sind maximal zwölf Spieler zugelassen. Am Freitag verzichtete Rödl auf NBA-Profi Isaac Bonga von den Washington Wizards, der als direkter Positions-Konkurrent Los gilt und somit von einer Verletzung profitieren könnte. "Ich weiß noch nicht genau, wie schlimm es ist", sagte Rödl, "er ist auf den Fuß getreten, eine typische Basketballerverletzung."

Auf dem Feld lieferte die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds nach einer Schwächeperiode in der ersten Halbzeit eine starke Teamleistung ab und fuhr letztlich ungefährdet den fünften Sieg im fünften Testspiel ein. Neben Schröder mit 14 Punkten überzeugten auch Andreas Obst (17) mit einer Karrierebestleistung im Nationaltrikot sowie Paul Zipser und Maximilian Kleber (jeweils 15).

Nur gut 30 Stunden nach der Landung in Japan zeigte das Team von Rödl zunächst keine Müdigkeit oder Probleme mit der Zeitumstellung. Schröder lenkte den deutschen Angriff, ohne aber wie zuletzt bei seinem 33-Punkte-Auftritt gegen Polen zum Abschluss des Titelgewinns beim Supercup in Hamburg völlig zu dominieren. Vor allem mit Lob-Anspielen setzte der Aufbauspieler seine Teamkollegen wie Daniel Theis und Kleber sehenswert in Szene.

Nach einer frühen 11:3-Führung schlichen sich aber vor allem defensiv deutliche Nachlässigkeiten ein. Vor allem den tunesischen Center Salah Mejri, zuletzt bei den Dallas Mavericks Mannschaftskamerad von Kleber und Dirk Nowitzki, bekamen die Deutschen nicht in den Griff. Schon Mitte des zweiten Viertels hatte der 2,18-Meter-Hüne 16 Punkte auf dem Konto und brachte sein Team mit 35:28 nach vorne. Insgesamt kam Mejri auf 30 Zähler.

"Die Mannschaft sah sehr müde aus. Der Jetlag scheint eine Rolle gespielt zu haben in der Anfangsphase", sagte Rödl: "Im zweiten Viertel haben wir angefangen, unseren Rhythmus zu finden, wacher zu spielen und zu verteidigen. Mit der Verteidigung kam dann auch wieder ein bisschen Spielwitz dazu."

Nach dem Schreck durch die Verletzung von Lo, für die es zunächst noch keine Diagnose gab, kam die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds wieder besser ins Spiel. Mitte des zweiten Abschnitts erzielte Schröder per Korbleger seine ersten Punkte, dem deutschen Tempo hatte Tunesien nichts entgegenzusetzen. Mit einem 14:0-Lauf beendete das Rödl-Team die erste Halbzeit.

Und auch nach der Pause ging der Rhythmus nicht verloren. Ex-NBA-Profi Zipser bewies erneut seinen hohen Wert auf dem Flügel, der Ulmer Bundesligaspieler Obst ließ mit drei getroffenen Dreipunktewürfen im Schlussabschnitt keine Zweifel am Sieg mehr aufkommen.

Schon am Samstag geht es für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) weiter. Erneut in Saitama ist Gastgeber Japan der Gegner (8.00 Uhr MESZ/MagentaSport), die Generalprobe erfolgt am kommenden Mittwoch auf chinesischem Boden. In Jiangmen, zwei Autostunden vom Vorrundenspielort Shenzhen entfernt, geht es gegen den möglichen Zwischenrundgegner Australien. Ein echter Härtetest.

Nach dem enorm wichtigen ersten Spiel gegen den auf dem Papier stärksten Kontrahenten Frankreich (1. September) treffen die DBB-Korbjäger in der Gruppe G auf die Dominikanische Republik (3.) und Jordanien (5.). Zwei Teams kommen weiter. Die deutsche Mannschaft spielt in China unter anderem um ein Olympiaticket, die zwei besten europäischen Teams qualifizieren sich direkt für Tokio 2020.

Deutschland - Tunesien 89:70 (42:35)
Beste Werfer:
Obst (17), Kleber (15), Zipser (15), Schröder (14), Theis (10) für Deutschland.
Mejri (30), Ben Romdhane (11), Elmabrouk (10) für Tunesien.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist der Kader der deutschen Basketball-Nationalmannschaft

(dpa/sid/cbo)
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