Basketball-WM 2019: Fünf Erkenntnisse vom Supercup-Sieg der deutschen Basketballer

Trainer, Anführer, Schwächen : Fünf Erkenntnisse vom Supercup-Sieg der deutschen Basketballer

Die deutschen Basketballer haben beim Supercup in Hamburg überzeugt. Wir fassen fünf wichtige Erkenntnisse mit Blick auf die WM vom 31. August bis 15. September in China zusammen.

DENNIS SCHRÖDER FUNKTIONIERT ALS ANFÜHRER:

19, 21, 33: Schröders Punktzahlen in den Spielen gegen Ungarn, Tschechien und Polen sprechen schon für sich - der 25-Jährige war jeweils Topscorer. Bundestrainer Henrik Rödl freute sich aber noch mehr über Schröders Entwicklung in der Defensive und über den Einfluss auf das gesamt Team. "Er macht da einen Riesenjob", sagte Rödl: "Wie er mit der Mannschaft umgeht, wie professionell er ist, ist sehr gut."

DIE ROTATION STEHT:

Es zeichnet sich ab, dass Rödl unter dem Korb zunächst viel auf Daniel Theis setzt. Der Profi von den Boston Celtics war im Supercup auf beiden Seiten des Parketts enorm präsent und harmonierte bestens mit Maximilian Kleber (Dallas Mavericks), der als großer Flügelspieler die Nummer eins sein dürfte. Der ebenfalls NBA-erfahrene Paul Zipser (Bayern München) bringt als kleiner Flügelspieler seine Athletik ein, kann von außen treffen. An der Seite des gesetzten Topstars Schröder könnten je nach Gegner der defensivstarke Ismet Akpinar (Besiktas Istanbul) oder Maodo Lo (Bayern) auflaufen.

VIEL TIEFE IM KADER:

In Hamburg zeigte sich das enorme Potenzial des Kaders, das es laut Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann so noch nicht bei einer deutschen Mannschaft gegeben habe. Ob die wuchtigen Johannes Voigtmann (ZSKA Moskau) und Danilo Barthel (Bayern München) oder die einsatzfreudigen Johannes Thiemann und Niels Giffey (beide Alba Berlin) - immer wieder kann ein anderer Spieler Impulse setzen. NBA-Talent Isaac Bonga (Washington Wizards) bewies beim Supercup, das auch mit ihm zu rechnen ist. Der 19-Jährige agierte sehr konzentriert und bringt mit 2,03 Metern eine außergewöhnliche Physis als Aufbauspieler mit. Bei Bedarf kann Rödl enorm "groß" spielen lassen.

DEFENSIVE ALS PRUNKSTÜCK:

Kleber zählt zu den Elite-Verteidigern in der NBA, Theis beweist immer wieder sein gutes Raumgefühl unter dem Korb, Schröder hat in der Arbeit gegen den Ball kräftig zugelegt und findet in Akpinar einen wild-entschlossenen Unterstützer. Die deutsche Mannschaft bringt vieles mit, um bei der WM ihre Gegner mit einer starken Defensive zu nerven. "In der Verteidigung haben wir so viel Potenzial, dass es eigentlich an keinem Tag eine Schwachstelle sein darf", sagte Kleber. Gegen Polen zeigte sich allerdings, dass dafür in jeder Minute die Bereitschaft stimmen muss.

DER TRAINER ALS FAKTOR:

Henrik Rödl wird von seinen Profis gerne als "Spielertrainer" bezeichnet. Der Europameister von 1993 hat in seiner Karriere fast alles erlebt und genießt bei seiner Mannschaft ein hohes Ansehen. "Jeder ist zufrieden mit ihm, er macht einen guten Job", sagte Schröder. Wenn es das Spiel verlangt, so wie beim zunächst schwachen Auftritt gegen Polen, kann der 50-Jährige auch richtig laut, richtig emotional werden. "Toller Mensch, toller Trainer und ein absoluter Basketball-Experte", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss.

(SID/cbo)
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