Basketball-WM 2019: Die deutsche Gruppe im Überblick

Auslosung : Deutsche Basketballer haben bei WM-Gruppe Losglück

In China sind die Gruppen für die Basketball-Weltmeisterschaft 2019 ausgelost worden. Den favorisierten USA gehen die Deutschen erst einmal aus dem Weg.

Machbare Gruppe, steiniger Weg: Bei der Rückkehr auf die WM-Bühne bleibt den deutschen Basketballern um NBA-Profi Dennis Schröder ein Duell mit Titelverteidiger USA zwar zunächst erspart, in China droht jedoch der große Turnierfavorit schon im Viertelfinale als Gegner. Obwohl die Vorrundengruppe mit der größten Herausforderung Frankreich und den Unbekannten Dominikanische Republik sowie Jordanien machbar ist, konnte von Losglück eigentlich keine Rede sein.

Teamkapitän Robin Benzing sah das etwas anders. "Beinahe wären wir in der USA-Gruppe gelandet. Dann war die Losfee aber auf unserer Seite", sagte der Routinier von Besiktas Istanbul nach der Auslosung in Shenzhen, wo das Nationalteam seine Spiele austragen wird. Die Gruppe G sei "in Ordnung, damit können wir leben."

Für den Bundestrainer wäre "Gruppe A sicher das Traumlos gewesen, aber so ist es okay", sagte Henrik Rödl und war ebenfalls froh, dass es nicht gegen die USA geht. In seiner "Wunschgruppe" treffen der Gastgeber, Venezuela, Polen und die Elfenbeinküste aufeinander.

Bei der Weltmeisterschaft im Spätsommer (31. August bis 15. September/alle Spiele bei MagentaSport) muss die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) mindestens Zweiter werden, um die zweite Turnierphase zu erreichen. Das ist nach den starken Leistungen in der WM-Qualifikation absolut realistisch - aber danach dürfte es knifflig werden.

Beim Weiterkommen geht es in der Zwischenrunde gegen zwei Teams aus der starken Gruppe H mit Litauen, Australien, Kanada und Senegal. "Die Überkreuzgruppe ist brutal schwer", sagte deshalb Rödl. Es wird wichtig sein, möglichst viele Punkte aus den ersten drei Spielen mitzunehmen. Auftaktgegner ist am 31. August Frankreich, danach warten die Dominikanische Republik (2. September) und Jordanien (4.).

Die Franzosen sind alte Bekannte. Gegen den Europameister von 2013 und WM-Dritten von 2014 ist die deutsche Mannschaft 64-mal angetreten, es gab dabei 22 Siege. Beim bislang letzten Duell schaltete das Team um Regisseur Schröder die Equipe Tricolore 2017 im EM-Achtelfinale von Istanbul aus.

Über die beiden weiteren Gegner ist wenig bekannt. Die Dominikanische Republik war noch nie Gegner einer deutschen Nationalmannschaft, im einzigen Spiel gegen Jordanien gelang bei der WM 2010 im türkischen Kayseri ein klarer Erfolg zum Vorrundenabschluss (91:73).

"Ich bin mit der Auslosung ganz zufrieden. Natürlich haben wir keine leichten Gegner erwischt, aber ich vertraue unserer titelhungrigen Mannschaft und bin der Überzeugung, dass wir für alle Mannschaften bei dieser WM ein unangenehmer Gegner sein werden", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss.

Bei der ersten WM-Teilnahme nach der Ära Dirk Nowitzki geht es um mehr als eine gute Platzierung, es winkt ein Olympia-Ticket für Tokio 2020. Dafür muss die deutsche Nationalmannschaft zu den beiden besten europäischen Teams gehören, und das dürfte äußerst schwierig werden.

Gewinnen die USA, die als erste Nation zum dritten Mal nacheinander Weltmeister werden können, wie zu erwarten ihre Zwischenrundengruppe, muss auch für das DBB-Team Platz eins her, um ein Aufeinandertreffen zu vermeiden. "Wenn's zum Viertel- oder Halbfinale kommt, willst du das natürlich nicht", hatte Schröder zu einem möglichen Duell mit den US-Cracks gesagt, die der 25-Jährige aus seinem NBA-Alltag bestens kennt. Ganz unwahrscheinlich ist es nicht.

Die Gruppen im Überblick

  • Gruppe A (Peking): China, Venezuela, Polen, Elfenbeinküste
  • Gruppe B (Wuhan): Argentinien, Russland, Südkorea, Nigeria
  • Gruppe C (Guangzhou): Spanien, Puerto Rico, Iran, Tunesien
  • Gruppe D (Foshan): Serbien, Italien, Philippinen, Angola
  • Gruppe E (Shanghai): USA (TV), Türkei, Tschechien, Japan
  • Gruppe F (Nanjing): Griechenland, Brasilien, Montenegro, Neuseeland
  • Gruppe G (Shenzhen): Frankreich, Dominikanische Republik, Deutschland, Jordanien
  • Gruppe H (Dongguan): Litauen, Australien, Kanada, Senegal
(sef/sid)
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