EM-Traumstart veredelt DBB-Team erkämpft sich Sieg gegen Bosnien-Herzegowina

Köln · Die deutschen Basketballer haben bei der Europameisterschaft auch ihr zweites Gruppenspiel gewonnen. Beim 92:82 gegen Bosnien zeigt das DBB-Team lange eine schwache Vorstellung, steigert sich nach der Pause aber deutlich. Die Finalrunde in Berlin ist dem Team damit kaum mehr zu nehmen.

Basketball-EM 2022: Deutschland gegen Bosnien-Herzegowina - die Bilder des Spiels
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Deutschland - Bosnien-Herzegowina: die Bilder des Spiels

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Foto: dpa/Marius Becker

Nach dem eindrucksvollen Auftakterfolg der deutschen Basketball-Nationalmannschaft galt es für das Team von Bundestrainer Gordon Herbert, die Euphorie ins zweite Spiel zu transportieren. Gegner am Samstag in der erneut ausverkauften Kölner Lanxess Arena war Bosnien-Herzegowina. Und auch diese knifflige Aufgabe meisterte das DBB-Team und feierte einen schwer erkämpften 92:82 (42:47)-Sieg.

Der Respekt vor den Bosniern, die im ersten Spiel Ungarn besiegt hatten, war im Vorfeld groß. „Sie haben sehr talentierte Spieler. Das ist ein anderer Typ Team als Frankreich“, sagte Bundestrainer Herbert. Auch Aufbauspieler Maodo Lo warnte: „Wir müssen uns auf sie einstellen und versuchen, unser Spiel durchzuziehen.“ Es wurde das erwartet schwere Spiel.

Wie schon beim ersten Spiel hatte die deutsche Mannschaft zu Beginn Probleme in der Offensive. Außer einem erfolgreichen Wurf von Nick Weiler-Babb brachte das DBB-Team nichts zustanden. 2:9 hieß es nach vier Minuten. Zu wenig. Bundestrainer Herbert setzte auf frische Kräfte – und die Bankspieler Lo und Thiemann sorgten erneut für wichtige Impulse. Die Bosnier blieben aber insgesamt das bessere und aktivere Team. Dank drei verwandelten Freiwürfen von Thiemann endete das erste Viertel lediglich mit einem Zwei-Punkte-Rückstand (18:20).

Im zweiten Viertel sah sich Herbert bereits nach eineinhalb Minuten zu einer Auszeit gezwungen, zu viele Ballverluste und Unkonzentriertheiten ermöglichten den Bosniern zu leichte Punkte – 20:27. Wirklich viel besser wurde es aber auch danach nicht, defensiv bekam man weiter wenig Zugriff, offensiv fehlte es an Bewegung. Daran änderten auch sechs Punkte in Serie von Andreas Obst nichts, der das deutsche Team auf 30:33 heranbrachte. Zunächst verwandelte er einen Dreier, beim nächsten Versuch wurde er von Edin Atic gefoult. Über den Pfiff regte sich der Bosnier so sehr auf, dass er obendrein ein technisches Foul kassierte. Obst traf drei seiner vier Freiwürfe.

Auch das deutsche Team leistete sich zu viele Fouls. Drei Minuten vor der Halbzeit hatten Theis und Wagner bereits jeweils drei Fouls auf ihrem Konto – und wurden folgerichtig vom Parkett genommen. Dass es nur mit einem 42:47 in die Pause ging, war noch das Beste aus Sicht des DBB-Teams, das gegen Ende des zweiten Viertels immerhin noch einmal kurz aufblitzen ließ, wozu es imstande sein kann. Ein Weckruf. „Wir haben einfache Freiwürfe hergegeben und hatten einige Ballverluste. Wir müssen es in der Verteidigung besser machen“, sagte Obst zur Pause bei „Magentasport“.

Und das deutsche Team ließ den Worten von Obst Taten Folgen. Johannes Voigtmann eröffnete den dritten Durchgang mit einem Dreier und glich kurz danach mit einem Dunking aus. Plötzlich waren das deutsche Team und das Publikum da. Kapitän Schröder ließ einen weiteren Dreier folgen – und sorgte somit für die erste Führung (50:47), die Wagner mit vier Punkten in Serie ausbaute. Bosnien hingen brauchte fast fünf Minuten für die ersten Punkte (54:49). Doch nicht nur defensiv ging Deutschland nun konzentrierter zu Werke, auch offensiv lief der Ball besser. Deutschland übernahm komplett das Kommando und setzte sich Punkt für Punkt ab. Vor allem Wagner und Schröder schienen sich einiges vorgenommen zu haben. Beide kamen allein im dritten Viertel auf neun Punkte, Schröder gelangen zudem noch drei Assists. Mit einer 70:58-Führung ging es in das Schlussviertel.

Die Leistungssteigerung führte zu mehr Sicherheit. Mit zwei Dreiern baute Obst die Führung weiter aus (77:62). Kurz darauf hatte der älteste im Team seinen großen Auftritt: Erst blockte Jonas Wolfahrt-Bottermann einen Versuch der Bosnier, dann traf er auf der anderen Seite.

Entschieden war die Partie damit aber noch nicht, innerhalb kurzer Zeit verkürzten die Bosnier auf 76:82. Durch einige Fouls und hitzige Aktionen brachten sich die Bosnier in einer heißen Schlussphase aber selbst aus dem Takt. Und so feierte Deutschland angetrieben von den Fans den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Bester Werfer im deutschen Team waren Schröder und Wagner mit jeweils 18 Punkten. Auch Voigtmann (zehn) agierte stark. Bei den Bosniern überzeugten NBA-Center Jusuf Nurkic mit 21 Zählern und Dzanan Musa (30).

Damit kann die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes schon am Sonntag (14.30 Uhr/MagentaSport) gegen Litauen ihr Ticket für das Achtelfinale in Berlin buchen. Auch die aktuell erreichten zwei Siege könnten theoretisch schon reichen, vier von sechs Teams aus der Gruppe B kommen weiter.

Deutschland - Bosnien und Herzegowina 92:82 (42:47).

Beste Werfer: Schröder (18), Wagner (18), Thiemann (14), Obst (13), Voigtmann (10) für Deutschland - Musa (30), Nurkic (21), Roberson (13) für Bosnien und Herzegowina

Zuschauer: 18.017 (ausverkauft)

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