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WM-Vorbereitung: Deutsche Hockey-Männer gewinnen Vier-Nationen-Turnier in Düsseldorf

WM-Vorbereitung : Deutsche Hockey-Männer gewinnen Vier-Nationen-Turnier in Düsseldorf

Dem deutschen Hockey-Team hat am Sonntag ein 3:3 gegen Argentinien gereicht, um das Heim-Turnier zu gewinnen. Es war das letzte Turnier vor der WM im Winter in Indien.

Stefan Kermas wollte den Turniersieg der deutschen Hockey-Männer in Düsseldorf mit Blick auf die WM Ende November in Indien nicht überbewerten. "Das war auf jeden Fall ein Erkenntnisgewinn", sagte der Bundestrainer nach dem 3:3 (2:2) gegen Olympiasieger Argentinien dem SID: "Darum geht es ja auch in so einer Lernphase, zu sehen, was macht uns erfolgreich, was macht uns weniger erfolgreich."

Schon in den Begegnungen zuvor hatte Deutschland überzeugt, gegen Irland (4:0) und gegen Frankreich (6:1) zeigte sich das Team sehr offensivstark und kassierte lediglich einen einzigen Gegentreffer - für Kermas das "I-Tüpfelchen" auf den souveränen Erfolgen. Platz eins bei dem Vier-Nationen-Turnier sicherte sich der Gastgeber durch das deutlich bessere Torverhältnis.

Gegen Argentinien begann der Olympia-Dritte selbstbewusst und ließ sich auch durch Rückstände nicht aus der Ruhe bringen. Zum Sieg in dem hochklassigen Spiel mit Chancen auf beiden Seiten fehlte am Ende das letzte Quäntchen Glück. Vor über 1000 Zuschauern auf der Anlage des Düsseldorfer HC trafen Mats Grambusch (16.), Johannes Große (20.) und Timm Herzbruch (37.) in einem spannenden und hochklassigen Spiel. Die Tore für die Argentinier schossen Martin Ferreiro (14.), Guido Barreiros (23.) und Joaquin Menini (32.).

Nach dem ersten Viertel gab Kermas seinen Schützlingen mit auf den Weg, "den Ball laufen zu lassen, ein bisschen frecher, nicht so verkopft zu spielen". Das zahlte sich direkt aus, Mats Grambusch gelang nach schönem Zusammenspiel mit Bruder Tom der Ausgleich. Vier Minuten später sorgte Große (20.) für das zwischenzeitliche 2:1.

Nach einem erneuten Führungswechsel war es Herzbruch mit seinem fünften Turniertreffer, der bei angenehmen Temperaturen und leichter Bewölkung das Remis und damit den Turniersieg perfekt machte.

Bei der WM in Den Haag vor vier Jahren verpasste Deutschland das Halbfinale und musste sich am Ende mit dem sechsten Platz begnügen - das schlechteste Abschneiden einer deutschen Hockey-Mannschaft seit 1971. Damals stand man vor einem Umbruch, der schon bald Früchte trug.

Mit der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 befreiten sich die Hockey-Männer aus dem Zwischentief. Seit Januar 2017 betreut Kermas die Mannschaft, Wesentliches verändern musste er nicht.

"Die Schwierigkeit wird nun sein, in der Bundesligaphase den hohen Leistungsanspruch der Nationalmannschaft nicht aus dem Kopf zu verlieren, sondern im Gegenteil immer wieder an dieser Anspruchsgrenze zu trainieren", so Kermas, der seine Mannschaft in zweieinhalb Monaten in Mannheim wieder zusammenholt.

Die Spieler erhalten für die kommenden zehn Wochen einen Plan, wie die Zeit ohne Nationalmannschaft auszusehen hat. "In Mannheim wollen wir an einem möglichst hohen Anschlusslevel weitermachen, um uns weiter für die WM in Form zu bringen", sagte Kermas.

Bis zur Abreise nach Bhubaneswar sind insgesamt drei Lehrgänge mit maximal noch fünf Testländerspielen geplant. Eine schwierige Situation, mit der Kermas umzugehen weiß: "Das wussten wir vorher, deswegen muss man jeden einzelnen Test zum einen optimal nutzen und zum anderen analysieren, um Richtung WM auf das richtige Gleis zu kommen und nicht auf das falsche."

(rent/sid)