Poker-WM in Las Vegas Weltmeister! Pius Heinz holt den Jackpot

Las Vegas (RPO). Pius Heinz ist neuer Poker-Weltmeister. Der Kölner setzte sich im Finale der World Series of Poker in Las Vegas im Heads Up gegen den Tschechen Martin Staszko durch und fährt mit einer Gewinnsumme von 8,7 Millionen US-Dollar (rund sechs Millionen Euro) nach Hause – und das im Alter von 22 Jahren.

Poker-WM 2011: Pius Heinz räumt Jackpot ab
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Poker-WM 2011: Pius Heinz räumt Jackpot ab

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Las Vegas (RPO). Pius Heinz ist neuer Poker-Weltmeister. Der Kölner setzte sich im Finale der World Series of Poker in Las Vegas im Heads Up gegen den Tschechen Martin Staszko durch und fährt mit einer Gewinnsumme von 8,7 Millionen US-Dollar (rund sechs Millionen Euro) nach Hause — und das im Alter von 22 Jahren.

In der entscheidenden Hand ging der Tscheche mit Kreuz Zehn und Kreuz Sieben "All In", das bedeutet, er setzte seine verbliebenen Chips auf dieses Blatt. Heinz ging mit Pik Ass und Kreuz König mit und gewann den Showdown am Ende. Als die letzte Karte aufgedeckt wurde, kannte der Jubel bei Heinz keine Grenzen. Er lief zu seinen zahlreichen Fans, die ihn am Finaltisch "November Nine" im Rio Hotel in Las Vegas lautstark unterstützten.

"Ich kann es immer noch nicht wirklich fassen, dass ich für Deutschland den Titel geholt habe. Wahnsinn! Ich bin einfach da rausgegangen und hab mein Ding gemacht. Ich werde gleich erstmal zur Party gehen und eine gute Zeit haben", blickte der neue Poker-Champion auf die Stunden nach dem anstrengenden Turnier. Sieben Stunden dauerte der Showdown im Spielerparadies Las Vegas.

Heinz, der neue Poker-König. Als erster Deutscher gewann er das prestigeträchtigste Poker-Event der Welt, für das er nicht nur fürstlich entlohnt wird. "Das ist das Event, wo jeder drüber spricht. Mehr geht nicht", sagte Poker-Experte und Sport-1-Moderator Michael Körner vor dem entscheidenden Finaltag im Gespräch mit unserer Redaktion. Neben dem Gewinn von 8,7 Millionen Dollar erhält der neue Weltmeister ein sogenanntes "Bracelet", das ihn zu einer Legende werden lässt.

Dabei war Heinz nur als Siebtplatzierter an den Finaltisch gekommen. Der Kölner setzte von Beginn an zu einer famosen Aufholjagd an und ging als Favorit in den letzten Tag, an dem nur noch drei Spieler am Tisch saßen. Neben Heinz und Staszko war das der US-Amerikaner Ben Lamb, der vorzeitig ausschied.

Der entscheidende Moment im Heads Up zwischen Heinz und seinem tschechischen Herausforderer war Hand Nummer 293. Heinz erhöhte mit Herz Ass und Herz Dame vor dem Flop, den ersten drei Karten, die vom Dealer aufgedeckt werden, um 7,9 Millionen Chips. Der Tscheche ging mit Kreuz Damen und Kreuz Neun auf der Hand mit, nach dem Flop erhöhte Heinz erneut, diesmal um 8,2 Millionen Chips. Staszko konterte die Attacke des Deutschen und schraubte den Pot noch einmal um 17,5 Millionen Chips hoch. Heinz überlegte lange, um dann mit einem riskanten Manöver seinerseits zu kontern. Der 22-Jährige erhöhte noch einmal auf 70 Millionen Chips. Staszko ließ es zum Showdown kommen und verlor diesen sowie die Führung im Heads Up. Von da an dominierte Heinz nach Belieben und holte am Ende den ersten WM-Titel nach Deutschland.

Dabei begann er mit Poker erst vor vier Jahren und stieg über Nacht zum besten deutschen Spieler auf. "Natürlich denkt man oft darüber nach. Aber ich versuche so entspannt wie möglich zu bleiben", sagt Heinz vor seinem größten Triumph.

Kapuzenpulli als Glücksbringer

Heinz wuchs in Odendorf, einem kleinen Ort nahe Euskirchen, auf. Sein Studium an der Uni Köln hat Heinz unterbrochen, lässt sich offen, ob er es noch einmal weiterführt. Ob sein Studium ihm beim Spiel hilft? "Ich will nicht sagen, dass ich durch das Studium besser oder schlechter Poker spiele. Diese Erfahrungen machen vielleicht einen Bruchteil aus", sagte Heinz im "Kölner Stadtanzeiger".

Sein Glücksbringer ist der weiße Kapuzenpullover, den Heinz stets am Tisch trägt. Die Kapuze ist immer tief ins Gesicht gezogen. So will Heinz vermeiden, dass seine Gegner Informationen durch seine Mimik erhalten und sein Spiel lesen. Und warum zieht er dann nicht eine Sonnenbrille an, wie es so viele andere machen? "Das finde ich lächerlich. Fast jeder sieht damit total dämlich aus", sagt er. Seine Fans, die ihn in Las Vegas unterstützten, trugen denselben Pullover, der bereits jetzt Kult geworden ist.

"Er hat einfach gut gespielt. Er dominiert den Tisch, trifft die richtigen Entscheidungen und gewinnt Hände, ohne seine Karten zeigen zu müssen", sagte Poker-Experte Körner vor dem Finaltag. Im entscheidenden Moment unterstrich Heinz diese Einschätzung und wurde am Ende verdienter Sieger des Millionen-Jackpots.

Kurz vor seiner Reise nach Las Vegas wurde Heinz in das Team von Pokerstars.de aufgenommen, der größte Anbieter für Online-Poker. Durch den Sposorenvertrag wird der neureiche Jung-Profi Pokerstars bei Online- und Live-Turnieren vertreten. Auch Tennis-Legende Boris Becker wirbt für den Poker-Anbieter. Heinz ist mit seinen 22 Jahren nun das jüngste Teammitglied.

(seeg)