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Vielseitigkeitsturnier in Luhmühle: Pferd Axel Z nach Sturz bei Geländeritt eingeschläfert

Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen : Pferd nach Sturz bei Geländeritt eingeschläfert

Wieder hat es bei einem Vielseitigkeitsturnier einen schweren Unfall gegeben. Die Belgierin Chloe Raty ist mit ihrem Pferd beim Geländeritt in Luhmühlen gestürzt. Die Reiterin wurde nur leicht verletzt.

Vier Jahre nach dem tödlichen Sturz von Nachwuchsreiter Benjamin Winter hat es beim Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen erneut einen tragischen Zwischenfall gegeben. Der elfjährige Wallach Axel Z musste nach einem schweren Sturz in einer Tierklinik eingeschläfert werden.

Glück im Unglück hatte dessen Reiterin Chloe Raty. Obwohl die 25 Jahre alte Belgierin am Hindernis 18b spektakulär zu Fall kam und von ihrem Pferd überrollt wurde, kam sie mit dem Schrecken und lediglich leichteren Verletzungen davon.

Raty profitierte entscheidend davon, dass ihr Airbag auslöste und das Pferd in erster Linie auf ihre Beine und nicht auf ihren Oberkörper stürzte. Zwar war das Hindernis, das dem Duo zum Verhängnis wurde, mit flexiblen Pins ausgestattet, dennoch brach sich das Pferd den ersten Lendenwirbel und war damit querschnittgelähmt. "Somit war es praktisch alternativlos, das Pferd einzuschläfern. Es konnte nicht mehr stehen", sagte der zuständige Tierarzt Jürgen Martens. Zuvor war das Tier in die Veterinärklinik in Nindorf eingeliefert worden.

Unfall stellt das Ergebnis in den Schatten

Parcours-Chef Mike Etherington-Smith wies daraufhin, dass das "Mint" genannte Sicherheitssystem derlei Unfälle nicht komplett verhindern könne: "Es minimiert das Risiko, schließt es aber nicht aus. Es gibt keine Garantie dafür, dass keine Stürze mehr passieren", erklärte der Brite. Unglücklicherweise sei das Pferd mit ungewöhnlich wenig Tempo gestürzt, daher habe der Sicherheitsmechanismus nicht reagiert.

Die Situation ähnelte zunächst auf fatale Weise der Tragödie von 2014. Bei einem vergleichbaren Sturz verlor der 25 Jahre alte Warendorfer Winter sein Leben. Ein einschneidendes Ereignis, das die Debatten über die Gefahren im Vielseitigkeitsreiten befeuerte.

Angesichts der tragischen Ereignisse im niedersächsischen Heideörtchen Luhmühlen gerieten die Ergebnisse der Viersterneprüfung in den Hintergrund. Die Spitze nach Dressur und Geländeritt übernahm US-Reiter Martin Boyd mit Shamwari (27,4) vor der Neuseeländerin Jonelle Price mit Dianmo (28,3) sowie Laura Collett aus Großbritannien mit Mr. Bass (29,9). Als bester deutscher Buschreiter kam Jörg Kurbel aus Rüsselsheim mit Entertain You auf den 14. Platz.

In der Dreisterneprüfung, die als deutsche Meisterschaft ausgetragen wird, behauptete Julia Krajewski mit Samourai ihren Vorsprung aus der Dressur. Mit 19,9 Punkten liegt die Warendorferin weiterhin zwei Zähler vor Europameisterin Ingrid Klimke aus Münster mit Hale Bob, Rang drei nimmt der Italiener Pietro Roman mit Barraduff (26,1) ein.

Die vier Turniertage von Luhmühlen werden am Sonntag mit den Springkonkurrenzen abgeschlossen.

(rent/sid)