Turnierpremiere im Olympiajahr: Totilas tanzt zu Michael Jackson

Turnierpremiere im Olympiajahr : Totilas tanzt zu Michael Jackson

Das Millionenpferd tanzt wieder. Mit großer Spannung wird Totilas Turnierpremiere im Olmypiajahr am Wochenende in Hagen am Teutoburger Wald erwartet.

Totilas goes Pop: Nach dem Absturz im vergangenen Jahr mit einer Kür zum Elektro-Sound von Star-DJ Paul van Dyk tanzt der Millionenhengst in der Olympiasaison zu Michael Jackson. Mit der Musik des "King of Pop" startete das teuerste Dressurpferd der Welt unter Matthias Rath am Samstag seine Olympia-Mission, auch wenn er als Deckhengst weiterhin einen anstrengenden Nebenjob hat.

"Ich bin glücklich, dass die Musik rechtzeitig fertig geworden ist und wir unsere neue Kür präsentieren können", sagte Matthias Rath dem SID. Bis zuletzt war unklar geblieben, ob der 27-Jährige bei seinem Saisoneinstieg in Hagen die Special- oder die Kür-Tour reitet. Die Kür, der freie Tanz zur Musik, bildet den Höhepunkt der Dressur und entscheidet auch bei Olympia in London über die Vergabe von Einzel-Gold.

"Ich wusste nicht, dass Matthias in Hagen die Kür reitet. Die Entscheidung stand den Reitern frei", sagte der neue Bundestrainer Jonny Hilberath. Für den Coach hat der Special Priorität, weil dieser bei Olympia über den Mannschaftstitel entscheidet. Spätestens bei den deutschen Meisterschaften Anfang Juni müsse Rath den Special präsentieren, sagte Hilberath.

Lange war überhaupt fraglich, ob Totilas in Hagen startet. Wegen Verletzungen musste der Saisoneinstieg mehrmals verschoben werden. In der Szene wurde schon gemunkelt, Rath kriege den Hengst nicht in den Griff. "Wir wollten uns Zeit nehmen, damit Totilas die Blessuren richtig auskurieren kann", sagte der Reiter über die lange Pause.

Im vergangenen August bei der EM bestritt das Duo sein letztes Turnier. Während sich die Konkurrenz in der Weltcup-Serie im Winter Wettkampfpraxis holte, blieb Totilas im Stall — für Rath kein Nachteil: "Das war im Jahr davor auch schon so, dass er von Herbst bis Mai keine Wettkampfpraxis hatte. Deshalb war es für ihn keine neue Situation."

Totilas' Nebenjob: Deckhengst

Nebenbei muss das im Herbst 2010 von Paul Schockemöhle für geschätzte zehn Millionen Euro übernommene Ausnahmepferd weiter als Deckhengst ran. Dreimal pro Woche springt der einstige Wunderhengst für zehn Minuten aufs Phantom, eine nachgebildete Stute, und gibt seinen Samen ab. Rund 8000 Euro kassiert die Besitzergemeinschaft im Erfolgsfall. "Wir werden schauen, wie lange das parallel zu den Turnieren gut geht", sagte Rath. Ein kategorisches Ende der Deckeinsätze zu Beginn der wichtigen Turnierphase hält Rath nicht für zwingend notwendig.

Nach dem Start bei Horses und Dreams am Wochenende in Hagen will das Duo noch bei einem weiteren Turnier angreifen, ehe die wichtigen Sichtungen bei der DM Anfang Juni in Balve und beim CHIO Anfang Juli in August auf dem Programm stehen. "Dann haben wir vier Turniere vor Olympia, das müsste reichen", sagte Rath. Nach Aachen will der neue Bundestrainer Jonny Hilberath die drei Tickets für Olympia vergeben.

Fraglich ist, ob das Duo sich für Olympia qualifizieren kann und sich von den schmerzhaften Rückschlägen im vergangenen Jahr erholt hat. Bei der EM im August 2011 wurde Totilas unter Rath entzaubert, das Paar erlebte als Goldfavorit einen schmerzhaften Absturz auf Platz fünf. Die Blamage war riesig, weil Totilas zuvor unter seinem niederländischen Reiter Edwar Gal bei EM und WM triumphiert hatte und sich den Beinamen "Wunderpferd" verdient hatte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: CHIO 2011: Rath und Totilas begeistern

(sid)
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