Tischtennis-Champions-League: Timo Boll lässt Borussia Düsseldorf vom Triple träumen

Triumph in der Tischtennis-Champions-League : Timo Boll lässt Borussia Düsseldorf vom Triple träumen

Timo Boll war bei Borussia Düsseldorfs Champions-League-Triumph einmal mehr der Erfolgsgarant des deutschen Tischtennis-Meisters. Laut Ex-Borusse Jörg Roßkopf gehört aber noch mehr dazu.

Selbst für einen Timo Boll können manche Titel noch besondere Bedeutung haben. "Endlich. Nach so vielen Jahren", schrieb der deutsche Tischtennis-Star am frühen Samstagmorgen bei Facebook über den Champions-League-Triumph mit Borussia Düsseldorf in Russland und verneigte sich vor seinen Mitspielern: "Danke, Jungs, ihr habt mir so viel Spaß bereitet."

Viel zu bescheiden ist Boll, um auch nur mit einer Silbe auf seinen wieder einmal entscheidenden Anteil am ersten Erfolg der Rheinländer in der Königsklasse seit 2011 einzugehen. Nach seiner überragenden 4:0-Bilanz in den Finals gegen Vorjahressieger Fakel Orenburg (3:2 und 3:1) inklusive zweier Erfolge gegen seinen Freund und Nationalmannschafts-Kollegen Dimitrij Ovtcharov musste denn schon Manager Andreas Preuß den Wert des Rekordeuropameisters für die Borussen auf den Punkt bringen: "In den Endspielen war Timo unser Superstar."

Doch wie wohl nur wenige vermag Boll in und gerade auch trotz dieser Rolle mit ihren mitunter notwendigen Sonderrechten als Anführer und Leitfigur zu überzeugen - ohne dabei an Klasse einzubüßen: "Was Timo spielt", sagte Düsseldorfs Trainer Danny Heister über den 37 Jahre alten Weltranglistendritten, "ist einfach der Wahnsinn, und wie er mit der Erwartung an ihn und dem Druck umgeht, ist mit Worten kaum zu beschreiben."

Tatsächlich aber ist Düsseldorf keineswegs nur "Borussia Boll". Bundestrainer Jörg Roßkopf jedenfalls, einst selbst "Mr. Borussia", führt die wichtigen Punkte in den Endspielen durch den Schweden Kristian Karlsson und den Österreicher Stefan Fegerl auch auf "eine perfekte Vereinspolitik" zurück: "Die Spieler fühlen den Geist der Borussia und opfern sich für den Klub auf", sagte der Ex-Weltmeister dem SID.

"Teambuilding" macht auch laut Preuß den häufig schon entscheidenden Unterschied zugunsten seines Klubs aus. "Auch wenn wir einen Superstar haben, steht für uns immer die Mannschaft im Mittelpunkt. Uns ist schon oft gelungen, die verschiedensten Charaktere zusammenzubringen und aus ihnen eine schlagkräftige Einheit zu bilden", sagte das Urgestein des Vereins nach Düsseldorfs insgesamt 70. Titelgewinn auf nationaler und internationaler Bühne auf SID-Anfrage.

Gleichwohl steht für Roßkopf Bolls Bedeutung für den Branchenführer außer Zweifel: "Timo steht einfach für Erfolg."

Dieser "Boll-Faktor" soll Düsseldorf nun auch zum "Triple" verhelfen. Im Bundesliga-Finale am 26. Mai (Samstag) in Frankfurt gegen die TTF Ochsenhausen können Titelverteidiger nach dem Pokal und der Champions zum zehnten Mal seit Bolls Verpflichtung vor elf Jahren die Meisterschaft an den Rhein holen. Im Erfolgsfall würden zum dritten Mal nach 2010 und 2011 alle drei möglichen Trophäen nach einer Saison in der Borussen-Vitrine stehen.

(SID)