Südafrikas Rugby-Weltmeister frenetisch in der Heimat empfangen

Rugby : Südafrikas Weltmeister frenetisch in der Heimat empfangen

Wenige Tage nach dem Sieg bei der Rugby-WM in Japan sind die Weltmeister in ihrer Heimat Südafrika von zahlreichen begeisterten Fans empfangen worden.

Unter tosendem Jubel bahnte sich Siya Kolisi mühsam den Weg durch die in Grün und Gold getauchte Menschenmenge, immer wieder reckte Südafrikas Rugby-Kapitän die WM-Trophäe in die Höhe: Tausende Fans bereiteten ihren Helden am Dienstagabend am Flughafen in Johannesburg einen frenetischen Empfang.

"Wir wissen, dass wir den Menschen etwas Hoffnung schenken können", sagte Kolisi, der als erster dunkelhäutiger Kapitän Südafrika bei einer Weltmeisterschaft angeführt hatte, nach der Rückkehr aus Japan: "Wir haben gewonnen, weil wir es unbedingt wollten. All diese Menschen hier haben uns einen Grund gegeben, es noch mehr zu wollen."

Am vergangenen Samstag hatten die Springboks durch ein 32:12 gegen England zum dritten Mal den WM-Titel gewonnen und ihre Heimat in Begeisterungsstürme versetzt, die bis Dienstag anhielten. Im Wechsel stimmten die Fans am Flughafen Südafrikas Nationalhymne und den Queen-Klassiker "We are the Champions" an, viele trugen das grün-goldene Nationaltrikot oder schwenkten ihre Landesflagge.

Zunächst war aber Geduld gefragt, denn keine Fluglinie konnte die gesamte Mannschaft in einer Maschine transportieren. Erst durfte daher eine Gruppe um Pieter-Steph du Toit, der als Rugbyspieler des Jahres ausgezeichnet worden war, den Jubel genießen - rund vier Stunden später kamen dann unter anderem Kapitän Kolisi mit dem Pokal und Nationaltrainer Rassie Erasmus an.

Siya Kolisi mit dem WM-Pokal. Foto: AFP/GUILLEM SARTORIO

In den begeisternden Jubelszenen gerieten die Probleme Südafrikas für einen Moment in den Hintergrund - auch ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Apartheid ist das Land am Kap gespalten, viele Menschen kämpfen gegen Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit. "Es gibt so viele Dinge, die wir in Ordnung bringen müssen, wir können uns nicht nur auf die Springboks konzentrieren", erinnerte Erasmus deshalb auch: "Es gibt so viele größere Dinge, die wir in Ordnung bringen müssen."

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(eh/sid)
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