Positive A- und B-Probe bei Pferd Shutterfly: Springreiten: Michaels-Beerbaum nicht zu Olympia

Positive A- und B-Probe bei Pferd Shutterfly: Springreiten: Michaels-Beerbaum nicht zu Olympia

Aachen (rpo). Olympia-Aus für die in einen Dopingfall verwickelte Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum aus Thedinghausen: Der Vorstand des Deutschen Olympiakomitees für Reiterei (DOKR) entschied sich gegen eine Nominierung für die Sommerspiele in Athen.

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p class="text"><P>Aachen (rpo). Olympia-Aus für die in einen Dopingfall verwickelte Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum aus Thedinghausen: Der Vorstand des Deutschen Olympiakomitees für Reiterei (DOKR) entschied sich gegen eine Nominierung für die Sommerspiele in Athen.

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p class="text">Der Dopingfall von Meredith Michaels-Beerbaum und ihrem Pferd Shutterfly hat den Finaltag des CHIO von Deutschland in der Aachener Soers überschattet und droht in einen monatelangen Rechtsstreit auszuufern. Am Sonntagmorgen schloss das Präsidium des deutschen Olympiakomitees für Reiterei (DOKR) einen Olympia-Start der 34 Jahre alten Springreiterin aus Thedinghausen definitiv aus: "Der Vorstand wird Meredith Michaels-Beerbaum dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) zur Nominierung zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen nicht vorschlagen", hieß es in der Erklärung.

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p class="text">Das DOKR reagierte damit auf eine positive A- und B-Probe beim Weltcup-Finale in Mailand (22. bis 25. April) bei Michaels-Beerbaums 13 Jahre altem Wallach Shutterfly. Bei einer Medikationskontrolle waren Abbaustoffe der verbotenen Substanz Hydrozy-Promazin (Bestandteile des Beruhingungsmittels Acepromazin) gefunden worden. Das Paar hatte in einem mitreißenden Finale hinter Bruno Broucqsault (Frankreich) den zweiten Platz belegt.

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p class="text">Michaels-Beerbaum zweifelt Befund an

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p class="text">Die Betroffene teilte über ihren Schweizer Anwalt Ulf Walz, der im Vorjahr die Dressurreiterin Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) in einem Dopingverfahren beraten hatte, mit, dass sie keine Erklärung für den positiven Befund habe und ihn anzweifle.

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p class="text">"Angeblich soll eine im April bei Shutterfly entnommene Urinprobe Abbaustoffe des Beruhigungsmittels Acepromazin enthalten haben. Dies wird von Meredith Michaels-Beerbaum bestritten, denn ihres Wissens wurden dem Pferd noch nie acepromazinhaltige Medikamente verabreicht", erklärte der Anwalt.

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p class="text">Walz vermutet Verfahrensfehler

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p class="text">Nach Ansicht von Walz liegt zudem ein Verfahrensfehler vor, da die B-Probe "in krasser Missachtung der Verteidigungsrechte" geöffnet worden sei. Auf Grund des drohenden Verfalls von Fristen war die B-Probe in einem offiziellen Doping-Labor in Hongkong geöffnet und untersucht worden.

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p class="text">Im Kampf um die Rechte seiner Mandantin hatte Walz sogar den internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne angerufen. "Das CAS hat unter Vorsitz von Thomas Bach mitgeteilt, dass man in diesem Stadium des Verfahrens nicht zuständig sei", berichtete DOKR-Geschäftsführer Reinhard Wendt.

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p class="text">Der Weltverband (FEI) habe den Vorschlag unterbereitet, die B-Probe im englischen Newmarket unter Aufsicht eines Zeugen öffnen zu lassen. Dies habe die Betroffene abgelehnt und auch eine quantitative Analyse gefordert. Da im Pferdesport im Gegensatz zum Humansport eine so genannte "Nulllösung" gilt - kein Medikament darf bei einer Medikationskontrolle im Wettkampf nachgewiesen werden - lehnte die FEI diesen Vorschlag ab.

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p class="text">Wegen der lange unklaren Rechtslage und dem späten Zeitpunkt des Eintreffens der Ergebnisse der B-Probe am Mittwoch verteidigte Wendt die Nominierung von Michaels-Beerbaum mit Shutterfly für die siegreiche Aachen-Equipe. "In einer so unsicheren Rechtslage wollten wir die Mannschaft nicht schwächen", sagte Wendt.

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p class="text">Nun habe sich die Lage nach Gesprächen mit NOK-Vertretern und IOC-Vizepräsident Thomas Bach geändert. "Nach den Regularien liegt mit dem Ergebnis der B-Probe ein Verstoß vor. Wir haben eine Verantwortung für das Team in Athen. Solche unwägbaren Risiken können wir den anderen Mitgliedern der Mannschaft nicht zumuten", sagte Wendt.

Die Reiter des deutschen Olympiakaders solidarisierten sich mit ihrer Kollegin und teilten in einer eidesstattlichen Erklärung mit, dass sie nicht mit dem DOKR-Vorstandsbeschluss einverstanden sind. "Insbesondere sind wir nicht der Ansicht, dass die anderen Reiter in ihren Nominierungschancen unzulässig benachteiligt sind oder die Konzentration innerhalb der Mannschaft auf den bestmöglichen Erfolg in Athen gefährdet wäre, wenn Meredith Michaels-Beerbaum zur Nominierung vorgeschlagen wird", hieß es in der Erklärung.

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