Schwimm-WM in Südkorea: Zwei Tote bei Unglück in Nachtclub in Gwangju

„Keine deutschen Sportler am Unglücksort“ : Nachtclub-Empore stürzt auf Feiernde - zwei Tote bei Schwimm-WM in Südkorea

In Südkorea ist es in einem Nachtclub in der Nähe des Athletendorfes der Schwimm-WM zu einem tragischen Unglück gekommen. Zwei Menschen kamen ums Leben. Unter den Verletzten sind auch Sportler.

In dem Nachtclub „Coyote Ugly“ in der Nähe des Athletendorfes in Gwangju stürzte in der Nacht zum Samstag eine Empore ein, wie die Polizei mitteilte. Die Konstruktion sei unter dem Gewicht der Feiernden zusammengebrochen und fünf Meter in die Tiefe gestürzt.

Die beiden Toten seien Südkoreaner, die nichts mit der Weltmeisterschaft zu tun hätten, sagte ein Polizeisprecher. Unter den 16 Verletzten seien zehn Ausländer, von denen acht Athleten seien: drei US-Bürger, zwei Neuseeländer, ein Niederländer, ein Italiener und ein Brasilianer.

Die Empore in dem Club sei ganz plötzlich eingestürzt, als noch Menschen darauf gestanden hätten, sagte ein Augenzeuge der südkoreanischen Zeitung „Kukim Ilbo“. Die Empore habe sich in der Mitte des Clubs befunden, wo sich auch die meisten Besucher aufgehalten hätten, sagte der 32-jährige Kim, der bei dem Unglück selbst verletzt wurde. Viele Menschen hätten geschrien, überall seien Trümmerteile herumgeflogen.

"Von der deutschen Nationalmannschaft war kein Mannschaftsmitglied am Unglücksort", bestätigte DSV-Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen: "Wir sind alle zutiefst bestürzt. Unser ganzes Mitgefühl gilt den Verletzten und weiteren Betroffenen."

Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm berichtete nach dem 6:11 im Spiel um Platz sieben gegen Griechenland, dass die Tragödie "das Gesprächsthema am Frühstückstisch" gewesen sei. "Die erste Maßnahme bei den Jungs heute morgen war: Durchzählen!", verriet Stamm: "Ich war mir relativ sicher, dass meine Jungs gestern nicht in der Disko waren."

Südkoreanischen Medienberichten zufolge wurden zunächst zwei Verletzte im Alter von 27 und 38 Jahren mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Dort seien sie dann aber gestorben.

Song Gi-ju von der Polizei in Gwangju sagte, zu den Verletzten zählen ein amerikanischer Wasserspringer und eine amerikanische Wasserballerin, berichtete Song weiter. Das WM-Organisationskomitee gab bekannt, dass acht Athleten mit kleineren Verletzungen behandelt worden und danach ins Athletendorf zurückgekehrt seien. Ein weiterer WM-Starter müsse am Samstag genäht werden. "Das ist eine schreckliche Tragödie", sagte Christopher Ramsey, Chef des US-Wasserballteams: "Spieler unserer Männer- und Frauen-Mannschaft haben den WM-Titel der Frauen gefeiert, als der Einsturz geschah." Ramsey betonte aber, dass alle US-Wasserballer "sicher" seien.

Auch australische Wasserballer waren in dem Club, sie blieben aber unverletzt. Der Kapitän des Männerteams aus Neuseeland sagte „Radio Sport“: „Wir haben getanzt und in eine Minute später sind wir fünf oder sechs Meter nach unten gefallen. Ich denke, wir sind auf die Köpfe der Leute gefallen, die unter uns waren.“

Der Schwimm-Weltverband Fina versprach, den Betroffenen die nötige medizinische Versorgung und Unterstützung zukommen zu lassen. Laut Medienberichten ereignete sich der Unfall gegen 2.40 Uhr morgens. Etwa 370 Menschen sollen sich während des Unglücks in dem Nachtklub aufgehalten haben.

Dieses Foto zeigt Retter am Unglücksort. Im Hintergrund ist die abgestürzte Empore zu sehen. Foto: dpa/Shin Dae-Hee

„Heute beim Frühstück war eine ziemlich bedrückende Stimmung“, sagte Nationaltorwart Moritz Schenkel nach der 6:11-Niederlage seiner Mannschaft im Spiel um Platz sieben gegen Griechenland am Samstag im südkoreanischen Gwangju. „Wir haben es heute Morgen sofort aus den sozialen Medien mitgekriegt nach dem Aufstehen. Ich glaube, es ist ziemlich tragisch, was dort passiert ist. Ich denke, von uns wird heute Abend keiner rausgehen, weil wir gar nicht wissen, wie wir mit der Situation umgehen sollen“, sagte Schenkel.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Unglück in Disko nahe des Athletendorfs

(hebu/rent/sid/dpa/AFP)
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