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Schwimm-Weltcup: Florian Wellbrock stillt seinen Sieges-Hunger

„Härter als angenommen“ : Wellbrock stillt seinen Sieges-Hunger

Florian Wellbrock hat beim Weltcup-Einstieg in Berlin einen Favoritensieg eingefahren. Mit Blick auf die internationalen Titelkämpfe muss er aber noch schneller schwimmen.

Seine Goldmedaille hängt im Wohnzimmer und zaubert Florian Wellbrock jeden Morgen ein Lächeln ins Gesicht. "Ich laufe da praktisch jeden Tag beim Frühstück mit der Kaffeetasse dran vorbei", erzählte der Schwimm-Olympiasieger dem Tagesspiegel, "ich kann jetzt jeden Tag auf diesen erfüllten Traum gucken." Und sich neue Motivation holen: "Die olympische Goldmedaille hat Hunger auf mehr gemacht."

Auch in der nacholympischen Saison ist der 24-Jährige auf Siege gepolt. Nach dem Triumph im Freiwasser-Rennen von Barcelona vor einer Woche gewann der Magdeburger auch zum Einstieg in die Kurzbahn-Saison. Wellbrock kraulte beim Weltcup-Auftakt in Berlin auf seiner Paradestrecke 1500 m auf den ersten Platz.

"Ich bin hier, um international um die Medaillen zu schwimmen", sagte er, "und da fühlt sich die Goldmedaille natürlich besser an als ein vierter Platz." Einen Tag zuvor hatte der Doppel-Weltmeister von 2019 auf seiner Nebenstrecke 400 m Freistil als Vierter angeschlagen.

Seine Siegerzeit im 1500-m-Rennen (14:35,23 Minuten) lag zwar sieben Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit auf der 25-m-Bahn, aber damit war Wellbrock nach drei Wochen Training absolut einverstanden: "Es war härter als angenommen, aber auch schneller als angenommen."

Trotzdem wird sich Wellbrock steigern müssen, will er auch bei der Kurzbahn-EM in Kasan (7. bis 7. November) und der -WM in Abu Dhabi (16. bis 21. Dezember) Siege einfahren. Technisch fühle er sich derzeit pudelwohl im Wasser, doch die Tempohärte sei nach drei Wochen Training noch nicht da. Wellbrock startet auch bei der zweiten Weltcup-Station in Budapest (7. bis 9. Oktober).

Wellbrock war einer von neun Olympiasiegern, die in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) gestartet sind. Insgesamt kämpften mehr als 300 Athleten aus 32 Nationen um Top-Zeiten und -Platzierungen. Der Weltverband FINA schüttet beim Weltcup insgesamt 1,452 Millionen US-Dollar an Preisgeldern aus.

(sid)