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Schwimm-EM 2022: Lukas Märtens und Isabel Gose holen Gold über 400 m Freistil

Schwimm-EM : Doppel-Gold über 400 Meter Freistil

Lukas Märtens hat bei der Schwimm-EM in Rom über 400 Meter Gold gewonnen. Nur wenige Minuten zuvor hatte Isabel Gose über dieselbe Strecke ebenfalls triumphiert. Den deutschen Erfolg vervollständigte Henning Mühlleitner, der Bronze holte.

Isabel Gose wollte noch einmal ins Becken springen, als kurz nach ihrem EM-Triumph auch ihr Freund Lukas Märtens zu Gold kraulte. „Am liebsten wäre ich durchgerannt zu ihm direkt ins Wasser rein, aber sie haben mich nicht durchgelassen“, sagte die neue Europameisterin über 400 m Freistil lachend. Auf dem Bildschirm hatte die 20-Jährige verfolgt, wie ihr Lebensgefährte neun Minuten später ihren Erfolg auf derselben Strecke wiederholte.

FAQ: Was Sie zur Schwimm-EM 2022 in Rom wissen sollten

Auch Märtens hatte bei seiner Partnerin genau hingeschaut. „Ich habe gesehen, wie solide sie das gemacht hat, und mir ein Beispiel daran genommen“, berichtete der 20-Jährige. Das Zusammenspiel klappte hervorragend: Das Magdeburger Paar bescherte den deutschen Schwimmern zum Abschluss der Rennen im Foro Italico einen doppelt goldenen Abschluss - und auf der Tribüne jubelte Olympiasieger Florian Wellbrock mit, für den die EM da bereits beendet war.

Gose musste im Schlussspurt hart kämpfen, um nach 4:04,13 Minuten im Lärm der 5000 italienischen Fans einen knappen Vorsprung vor der Lokalmatadorin Simona Quadarella ins Ziel zu retten und ihren EM-Medaillensatz zu komplettieren. Märtens übernahm nach 150 m die Führung und gab sie nicht mehr ab, 100 m vor Schluss lag der Silbermedaillengewinner über 800 m sogar noch unter dem Weltrekord von Paul Biedermann, am Ende stoppte die Uhr bei 3:42,50. Der Olympiavierte Henning Mühlleitner schlug als Dritter an und schnappte sich die achte Medaille der deutschen Schwimmer, die es so auf zweimal Gold, zweimal Silber und viermal Bronze brachten.

Gefeiert wird zum Abschluss auch endlich. „Heute passiert auf jeden Fall noch ein bisschen was“, kündigte Märtens an. Und Gose verriet lachend: „Vielleicht gibt's Party auf dem Zimmer und im Bettchen.“

Mit der Medaillenvergabe nichts zu tun hatten die Lagenstaffeln der Männer und Frauen als Siebte und Achte - auch Ole Braunschweig, Dritter im 50-m-Sprint, als Siebter über 100 m Rücken nicht.

Bereits am Morgen hatte Wellbrock nach seiner Corona-Erkrankung und Platz fünf über 1500 m Freistil die Notbremse gezogen und seine Freiwasserstarts abgesagt. „Jetzt steht die psychische und physische Gesundheit an erster Stelle“, sagte der Doppel-Weltmeister schon wieder leicht verschnupft, „das Risiko muss man nicht eingehen.“

Die Rennen am Lido di Ostia, wegen starker Winde und hoher Wellen bereits um einen Tag verschoben, will sich der Goldmedaillengewinner von Tokio ersparen. „Es ist sehr warm“, meinte Wellbrock, „die Dauerbelastung von ein, zwei Stunden hätte noch mal viel Kraft gekostet.“ Ab sofort gilt die Konzentration der neuen Saison mit der WM im nächsten Jahr in Japan.

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Die Hauptrolle in Rom spielte seine Vereinskollegin Gose - sehr zur Freude des Bundestrainers. „Für sie war diese EM vom Termin her sehr passend“, sagte Bernd Berkhahn, „sie hatte die Möglichkeit, sich freizuschwimmen, und konnte die Enttäuschung von der WM wettmachen.“ In Budapest hatte sie als beste und zweitbeste Europäerin über 400 und 800 m zwar überzeugt, beide Male aber das Podest verpasst.

Insgesamt zog der Bundestrainer ein durchwachsenes EM-Fazit: „Die Finalplatzierungen waren okay, die Medaillenausbeute war okay, aber mit vielen Einzelleistungen kann man definitiv nicht zufrieden sein. Es ist weiterhin deutlich, dass wir große Defizite haben im Verband, insbesondere in den kurzen Distanzen.“

(sid/old)