1. Sport
  2. Weitere Sportarten

Ringer-Welt protestiert gegen Todesurteil für Iraner Afkari

Revision gefordert : Ringer-Welt protestiert gegen Todesurteil für Iraner Afkari

Weltmeister Frank Stäbler und seine internationalen Ringer-Kollegen kämpfen in sozialen Netzwerken für ihren Kollegen Navid Afkari. Der Iraner ist zum Tode verurteilt worden. Das Geständnis soll unter Folter erreicht worden sein.

In der internationalen Ringer-Szene wird der Protest gegen das Todesurteil für den iranischen Mattenkämpfer Navid Afkari lauter. Der dreimalige Weltmeister Frank Stäbler sagte bei Instagram am Montag: „Die Ringer-Familie und die globale Sport-Gemeinschaft stehen hinter ihm. Wir kämpfen zusammen, um für Navid und seine Familie Gerechtigkeit zu bekommen.“

Der 27-Jährige, der als Talent galt, habe nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in der südiranischen Stadt Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Er habe die Tat gestanden, hieß es. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen entgegnen, das Geständnis sei durch Folter erzwungen worden.

„Rettet Navid Afkari“, sagte Stäbler darüber hinaus in dem Beitrag. Zuvor hatte auch die deutsche Ex-Weltmeisterin Aline Rotter-Focken in den sozialen Medien geschrieben: „Die Ringer-Gemeinschaft hat eine Verantwortung, sich einzusetzen. Bitte rettet Navid.“

Das Geständnis sowie Aufnahmen der angeblichen Tat wurden im iranischen Staatsfernsehen sowie im Videoportal Aparat gezeigt. Afkari wurde daraufhin zu Tode verurteilt. Seine beiden Brüder, die mit ihm zusammen an den Protesten gegen das islamische Regime teilgenommen hatten, erhielten hohe Gefängnisstrafen. Das Urteil ist vom obersten Gerichtshof des Landes bestätigt worden und somit rechtskräftig. Es soll aber erst in sechs Jahren vollstreckt werden.

Zahlreiche Iraner, auch renommierte Ringer, fordern in den sozialen Medien eine Revision des Urteils. In der vorigen Woche hatte auch US-Präsident Donald Trump die iranische Führung in einem Tweet aufgefordert, Afkari nicht hinzurichten. Teheran weist die Kritik zurück. Das Ausland solle einen Mörder aus politischen Erwägungen nicht heiligsprechen, einen Täter nicht zum Opfer machen und die Rechte des wahren Opfers und dessen Familie nicht ignorieren, hieß es von der iranischen Justiz laut Nachrichtenportal Tabnak.

(rent/dpa)