Nachruf Trauer um Martin Beils

Düsseldorf · Die Nachricht erschütterte Freunde wie Weggefährten. Martin Beils ist tot. Der angesehene Sportexperte, zuletzt im NRW-Innenministerium tätig, starb im Alter von 56 Jahren nach schwerer Krankheit.

Martin Beils.

Martin Beils.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Martin Beils ging seine ersten journalistischen Schritte in der Leverkusener RP-Redaktion. Nach dem Volontariat sollte der Sportjournalismus sein großes Steckenpferd sein, erst in Xanten am Niederrhein, später und bis zu seinem Ausscheiden 2016 in der Sportredaktion in der Düsseldorfer Zentrale der Rheinischen Post.

Martin Beils lag der Journalismus am Herzen und nicht das Ego des Journalisten. Ein Selbstdarsteller war er nie, aber in seinen Beiträgen stellte er dar, wo im Sport etwas schief lief und warum der Sport eine gesellschaftliche Relevanz verdient. Als unabhängiger und kluger Geist scheute er keine Diskussion, wenn sie der Sache diente und einen Text oder das Miteinander verbesserte. Laut sein musste er nicht, damit sein Wort Gewicht hatte. Ein Bergisches Lob von Martin Beils musste man sich verdienen, es hatte einen Wert, denn er lobte nicht aus Kalkül, sondern aus Überzeugung. Genauso wertvoll war seine Kritik, denn sie war auf den Punkt und konstruktiv. In ihr schwang stets etwas mit, das er vorlebte: Haltung.

In der Leitung der Sportredaktion und genauso in der Leitung der RP-Journalistenschule, die er 2014 konzeptionell mit aus der Taufe gehoben hatte, war ihm die Begleitung junger Kolleginnen und Kollegen ein Anliegen. Er war ein Förderer und Forderer, dessen ausgeglichene und verlässliche Art auf dreierlei fußte: seiner Familie und seinen Freunden in Leichlingen, dem aktiven Sporttreiben und der Lust am Job. Sein Wissen um Sport und Gesellschaft, seine organisatorischen wie steuernden Fähigkeiten brachte Martin Beils zuletzt im NRW-Innenministerium ein, davor war er verantwortlicher Redakteur bei der Deutschen Presseagentur. Der Rheinischen Post blieb er eng verbunden.

Martin Beils hatte Lust aufs Leben und Lust aufs Lernen. Er gab sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden und wollte gleichzeitig in vielen Jahren als Lehrbeauftragter an Hochschulen Antworten liefern. Noch kurz vor seinem Tod stellte er ein neues Standardwerk zum Sportjournalismus fertig. Mit Martin Beils verliert der Journalismus einen kritischen Impulsgeber.

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