Kurzbahn-EM 2019: Schwimmer Marius Kusch gewinnt Goldmedaille

„Kindheitstraum“ geht in Erfüllung : Schwimmer Kusch holt Gold bei Kurzbahn-EM

Marius Kusch beschert den deutschen Schwimmern bei der Kurzbahn-EM in Glasgow am zweiten Tag den ersten Titel - und das in Rekordzeit. Für ihn ist es die erste Goldmedaille bei europäischen Titelkämpfen. Auch ein anderer Deutscher darf sich über Edelmetall freuen.

Marius Kusch reckte triumphierend den Zeigefinger in die Höhe und ballte im Becken die Faust: Der Schmetterling-Schwimmer hat bei der Kurzbahn-EM in Schottland die Goldmedaille in deutscher Rekordzeit gewonnen. Der 26-Jährige schlug am Donnerstag in Glasgow über 100 Meter nach 49,06 Sekunden an und war damit 17 Hundertstelsekunden schneller als Steffen Deibler bei seiner nationalen Bestmarke zehn Jahre zuvor. Für den in San Diego trainierenden Kusch war es der erste europäische Titelgewinn. 2017 hatte er in Kopenhagen auf der 25-Meter-Bahn Bronze geholt.

„Für mich geht mit diesem Sieg ein Kindheitstraum in Erfüllung“, sagte Kusch kurz nach dem Rennen. „Früher habe ich immer Steffen Deibler zugeschaut und jetzt habe ich es selbst geschafft.“ Auf den zweitplatzierten Russen Michail Wekowischtschew hatte er einen Vorsprung von 47 Hundertstelsekunden. „Es ist superschön, aber es steckt auch viel harte und strukturierte Arbeit dahinter“, sagte Kusch.

Kurz zuvor hatte Brustschwimmer Marco Koch Bronze gewonnen. Für die 200-Meter-Strecke benötigte der 29-Jährige 2:02,87 Minuten und musste sich nur dem niederländischen Sieger Arno Kamminga und Erik Persson aus Schweden geschlagen geben. Bei der Siegerehrung lächelte er vom Podest und konnte sich an jenem Ort über Edelmetall freuen, für den er im vergangenen Jahr noch die Qualifikation verpasst hatte. Vor der EM auf der Langbahn war er an der Normzeit gescheitert.

Danach veränderte er viel, zog von Darmstadt nach Frankfurt und stellte sein Training um. Beim Coaching setzt er unter anderen auf die Unterstützung des früheren Bundestrainers Hennig Lambertz, mit dem er sein komplettes Trainingsprogramm auf Olympia ausrichtet. „Ich sehe ihn aktuell bei 95 Prozent seiner Leistungsfähigkeit“, sagte Lambertz der Deutschen Presse-Agentur.

Über 50 Meter Schmetterling belegte Aliena Schmidtke in 25,75 Sekunden den achten Platz. Am Vortag hatte Rückenschwimmer Christian Diener über 200 Meter Silber geholt. Über die halbe Strecke zog der 26-Jährige als zweitschnellster Schwimmer der Halbfinals souverän in den Endlauf am Freitag ein.

(lt/dpa)