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Judo: Corona-Hotspot bei Trainingscamp in Tiflis

40 bis 50 Infizierte : Neuer Corona-Hotspot bei Judo-Grand-Slam in Tiflis

Im Trainingscamp der Judoka in Tiflis sind 40 bis 50 Coronafälle aufgetreten. Der Deutsche Judo-Bund (DJB) hat seine Teams abgezogen. Es ist bereits das vierte Superspreader-Event im internationalen Sport in kurzer Folge.

Der internationale Sport hat sein nächstes Superspreading-Event: In einem Trainingscamp der Judoka vor dem Grand-Slam-Turnier in der georgischen Hauptstadt Tiflis (26. bis 28. März) haben sich sieben Personen aus der deutschen Mannschaft mit Corona infiziert. Der Deutsche Judo-Bund (DJB) schätzt die Gesamtzahl aller Infizierten bei dem Event auf 40 bis 50 und hat seine Teams aus Tiflis abgezogen.

"Durch den Rückzug der Mannschaften gehen uns wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation verloren, aber die Gesundheit der Athleten hat absoluten Vorrang", sagte Frank Doetsch, Sprecher des DJB-Vorstandes, dem SID. Durch diese Maßnahme wolle man sowohl die eigenen Athleten als auch die Kämpfer anderer Nationen vor weiteren Infektionen schützen.

Im deutschen Frauenteam mit 16 Personen soll es einen positiven Fall gegeben haben, der noch weiter überprüft wird. Das Männerteam mit 15 Vertretern beklagt sechs infizierte Personen. Die Athleten, die nach DJB-Angaben symptomfrei sind, befinden sich in Tiflis noch in unterschiedlichen Hotels in Quarantäne, die Rückholaktion wird für den DJB zu einer komplizierten Angelegenheit.

Das Trainingscamp begann am 10. März, alle Athleten wurden bis zum Eintritt in die Bubble mehrfach getestet. Doch im Anschluss muss es Lücken im Hygiene- und Sicherheitskonzept der Organisatoren gegeben haben. Mit Trainern, Betreuern und Physiotherapeuten waren rund 1000 Personen vor Ort.

Das Turnier in Tiflis ist für die Olympia-Qualifikation enorm wichtig. Am kommenden Wochenende steht in Antalya ein weiteres Großturnier auf dem Programm. Der DJB weiß bislang noch nicht, welche Athleten in der Türkei auf die Matte gehen können.

Für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) will der DJB in 13 von 14 Gewichtsklassen Kämpfer stellen. Nach Schätzung von Doetsch haben acht bis neun Athleten ihre Qualifikation so gut wie sicher, die weiteren Kämpfer müssen sich ihre Tickets für Tokio bei den noch ausstehenden Turnieren sichern.

Das Trainingscamp in Tiflis ist bereist das vierte Superspreader-Event im internationalen Sport in kurzer Zeit. Zuvor waren in den vergangenen Tagen und Wochen etliche Infektionen von Athleten bei der Hallen-Leichtathletik-EM in Polen, beim Fecht-Weltcup in Budapest sowie bei einem Beachvolleyball-Turnier in Doha aufgetreten.

Durch die Zunahme dieser Superspreader wächst auch die Kritik am Festhalten an den Tokio-Spielen und seinen Qualifikationen in unsicheren Pandemiezeiten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und Tokio wollen die Spiele trotz Corona wie geplant durchziehen, am Donnerstag startete in Japan der olympische Fackellauf.

Der Verein Athleten Deutschland hatte zuletzt vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mehr Informationen zum Sicherheits- und Hygienekonzept von Tokio sowie zur Haftungsfrage gefordert. Der DOSB kündigte an, dass es nach Ostern einen Call mit den Athleten geben werde, da soll jedoch in erster Linie die Impffrage erörtert werden.

SID ni ab

(ako/sid)