Rugby-WM: Jonny Wilkinson - der englische Superstar

Rugby-WM: Jonny Wilkinson - der englische Superstar

Berlin/Paris (RPO). Vor vier Jahren sicherte Jonny Wilkinson England den Titel bei der Rugby-WM. Auch bei der diesjährigen Endrunde überzeugt der Superstar auf ganzer Linie. Die britischen Medien feiern Wilkinsons "goldenen Fuß", rufen ihn "Adlerauge" oder "Wilko den Eroberer". Im Finale gegen Südafrika am Samstag in Paris (21 Uhr) ist Wilkinson erneut der große Hoffnungsträger.

Der Verbinder von den Newcastle Falcons soll dem Titelverteidiger erneut die Webb Ellis Trophäe sichern - wie schon im Endspiel 2003 gegen Australien. "Was kann ich über ihn sagen, was noch nicht über ihn geschrieben worden ist? Jonny ist einfach ein großartiger Rugbyspieler. Wenn man mit dem entscheidenden Schuss alles auf eine Karte setzen muss, dann ist er der Mann dafür", sagt Englands Kapitän Phil Vickery über den schüchternen Superstar, der nur ungern über sich selbt spricht.

Wie weit die Begeisterung in England um Wilkinson geht, zeigte sich bei der Verleihung des "Order of the British Empire" an ihn. Ursprünglich sollte am gleichen Tag auch Sänger Mick Jagger zum Ritter geschlagen werden. Doch der Frontmann der Rolling Stones verlegte den Termin kurzfristig - aus Angst, sein großer Tag könnte durch die Anwesenheit Wilkinsons untergehen.

"Ich will einfach aus jedem Spiel mit dem Wissen gehen, das Beste gegeben zu haben, damit ich erhobenen Kopfes und mit breiter Brust zurück ins Hotel kommen kann", erklärt Wilkinson, der im Halbfinale gegen Frankreich (14:9) mit einem Strafstoß und einem Drobkick die Partie kurz vor Schluss noch drehte. Beim 12:10 im Viertelfinale gegen Rekordweltmeister Australien hatte er sogar alle Punkte erzielt.

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1169 Tage Zwangspause

Doch seit Wilkinson wieder eingreift, läuft es für das Team von der Insel. Neben der Treffsicherheit mit beiden Füßen gehört vor allem die mentale Stärke zu den Vorzügen des englischen Top-Kickers.

Zwei Sachen haben sich bei Wilkinson aber nicht verändert. Er trägt weiterhin immer das gleiche T-Shirt unter dem Trikot und gibt für sein Team immer alles. Für das Finale verspricht er: "Ich will da unbedingt raus und alles tun, was uns hilft, das zu bekommen, was wir unbedingt haben wollen."

(sid)