Hockey-EM: Deutsche Männer verpassen Finale nach Niederlage gegen Belgien

Niederlage gegen Belgien : Hockey-Männer verpassen EM-Finale

Der Traum vom neunten Gold endete im Halbfinale: Die deutschen Hockey-Männer sind bei der EM in Antwerpen an Angstgegner Belgien gescheitert. Das Team von Bundestrainer Stefan Kermas verlor 2:4 (2:0) gegen den Gastgeber und Weltmeister.

Belgien hatte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) schon bei der EM 2017 und der WM 2018 in K.o.-Duellen besiegt.

Im Juni hatten die "Roten Löwen" der deutschen Mannschaft in der Pro League zudem eine 0:8-Niederlage zugefügt - die höchste Pleite seit 106 Jahren.

Tom Boon (42.), Nicolas de Kerpel (54.), Victor Wegnez (56.) und Cedric Charlier (57.) drehten die Partie zugunsten des Olympia-Zweiten. Christopher Rühr (21.) und Florian Fuchs (26.) hatten die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) zunächst in Führung gebracht. Gegner im kleinen Finale am Samstag (18.00 Uhr) ist Titelverteidiger Niederlande, der zuvor im ersten Halbfinale 3:4 gegen Spanien verloren hatte.

Kermas hatte dem Turnier-Gastgeber vor der Partie die Favoritenrolle zugeschoben. Belgien ist mit Australien und den Niederlanden zuletzt dem deutschen Team ein gutes Stück enteilt. Die Erfolgserlebnisse des lange verwöhnten deutschen Verbandes dagegen wurden zuletzt deutlich rarer. Mit Blick auf Tokio 2020 ist für den Bronzemedaillengewinner von 2016 jedoch das Ziel, wieder heranzurücken und um eine Medaille zu kämpfen.

Das Duell mit Belgien konnte als erneuter Fingerzeig eingestuft werden. Das Team um Kapitän Mats Grambusch ließ sich von den hitzigen Atmosphäre in der Hafenstadt nicht einschüchtern und startete sehr engagiert. Nach rund fünf Minuten blockten die Belgier eine Strafecke mit Mühe ab, dann aber gewann Belgien zunehmend Spielanteile.

Deutschland, das zuletzt 2013 den EM-Titel geholt hatte, behielt die Nerven. Mitten in der bis dahin stärksten Phase der Belgier war Rühr aus kurzer Distanz zur Stelle, wenig später baute Fuchs aus ähnlicher Position die Führung aus.

Belgien hatte in der Folge mehr Ballbesitz, kam zunächst aber nur selten gefährlich vor das deutsche Tor. Erst die insgesamt zwölfte belgische Strafecke führte zum Anschluss und sorgte damit für ein spannendes Schlussviertel, in dem die Partie noch auf Seite der immer stärker werdenden Belgier kippte.

Auch die deutschen Frauen haben am Freitag (20.30 Uhr) die Chance auf den Finaleinzug. Gegner des Teams von Bundestrainer Xavier Reckinger ist Spanien. Kapitänin Janne Müller-Wieland kündigte einen Angriff auf die Goldmedaille an.

(ako/sid)
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