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Golf: Erste Frau bei PGA-Tour: Frau Sörenstam schreckt die Männerwelt

Golf: Erste Frau bei PGA-Tour : Frau Sörenstam schreckt die Männerwelt

Hamburg/Fort Worth (rpo). Annika Sörenstam, beste Golfspielerin der Welt, hat mit ihrer Startzusage für das Herren-PGA-Turnier in Fort Worth für viel Aufsehen gesorgt. Die blonde Schwedin wird die erste Frau sein, die ein Herren-Golfturnier spielt. Viele männliche Profis äußern sich kritisch über das Vorhaben der Skandinavierin.

"Ich würde nie mit ihr spielen und zurückziehen, wenn ich im gleichen Flight ausgelost würde. Sie hat bei uns nichts zu suchen", wetterte Weltklasse-Mann Vijay Singh von den Fidschi-Inseln.

Auch Vorjahressieger Nick Price und andere Kollegen halten wenig von Sörenstams Solo, dem ersten Auftritt einer Amazone bei einem Männerturnier seit 58 Jahren. Einige trauen der 32-Jährigen aus Stockholm nicht einmal den Cut, die Qualifikation für die beiden Schlussrunden, zu. Doch die Skandinavierin mit Wohnsitz Florida bleibt gelassen und vor allem selbstbewusst. "Es ist schon lustig: Plötzlich ist jedermann ein Experte für mein Spiel und kennt meine Gedanken", sagte Sörenstam auf der ersten Pressekonferenz.

"Ich bin bereit", sagte Annika Sörenstam, die im Vorjahr 13 und insgesamt bereits 43 Turniere auf der Ladies-GPA-Tour gewonnen hat. "Ich traue mir zu, in etwa par zu spielen. Wenn ich noch fünf Wochen oder fünf Monate gewartet hätte, wäre ich auch nicht besser vorbereitet." Punkt 14.58 Uhr deutscher Zeit soll sie am Donnerstag am Abschlag zu Loch 10 ihren ersten Ball in den texanischen Himmel dreschen. In ihrem Flight wird sie von den PGA-Tour-Neulingen Dean Wilson und Aaron Barber begleitet - und von tausenden Zuschauern besonders kritisch beäugt.

Riesiges Medieninteresse für Sörenstam

Rund 600 Medienvertreter begleiten die "Bank of America Colonial" diesmal, fast vier Mal so viel wie in früheren Jahren. Doch den Sörenstam-Effekt sehen viele auch kritisch. Die Schwedin ziehe die Aufmerksamkeit auf sich, die anderen Stars und vor allem die Sponsoren würden im Colonial Country Club in den Hintergrund gedrängt. Vor allem dann, wenn sich "Mrs. Störenfried" in den Vordergrund spielt, den Cut und vielleicht noch etwas mehr schafft.

Zuspruch erhielt die 1,67 m große Schwedin von einem Superstar, der gar nicht in Fort Worth abschlägt: Tiger Woods. "Ich habe Annika geraten, unbedingt zu spielen", hatte der Weltranglisten-Erste schon in der Vorwoche bei seinem Gastspiel in Deutschland erklärt. Und zugleich Singh kritisiert: "Es ist sehr unglücklich, was Vijay gesagt hat." Woods' Worte in allen Ehren - die schlagkräftige Antwort kann allein Sörenstam geben. Ab Donnerstag, 7.58 Uhr Texas-Time.