Fecht-Em 2019 in Düsseldorf: Enttäuschender Auftakt für deutsche Fechter

Fecht-EM in Düsseldorf : Enttäuschender Auftakt für deutsche Fechter

Am ersten Tag der EM sind die deutschen Fechter bei der Medaillenvergabe leer ausgegangen. Spätestens unter den besten 32 war Schluss.

Benjamin Kleibrink riss sich entnervt die Maske vom Gesicht, Andre Sanita donnerte seinen Kopfschutz gleich auf die Planche. Zum Auftakt der Heim-EM in Düsseldorf haben die deutschen Fechter bitter enttäuscht und waren bereits frühzeitig frustrierte Zuschauer. Sowohl die Florett-Männer um Peking-Olympiasieger Kleibrink als auch die Säbel-Frauen mussten sich am ersten Wettkampftag mit Nebenrollen begnügen.

Nach einem vielversprechenden Start in den Tag folgte kurz nach Mittag bereits in Runde zwei die Ernüchterung. Sichtlich verärgert stapfte der 33-jährige Kleibrink wortlos an den wartenden Journalisten vorbei - der Weltranglistenerste und spätere Europameister Alessio Foconi aus Italien war zuvor eine Nummer zu groß für ihn gewesen.

Routinier Peter Joppich scheiterte am erst 18 Jahre alten Niederländer Daniel Giacon - dabei hatte der viermalige Weltmeister Joppich in der Vorrunde noch Titelverteidiger Alexei Tscheremissinow (Russland), der sich mit dem Franzosen Enzo Lefort Bronze sicherte, geschlagen. Teamkollege Sanita blieb in seinem Zweitrundenmatch ebenfalls chancenlos.

Die Silbermedaille ging an den Italiener Daniele Garozzo, der im Finale deutlich gegen seinen Landsmann Foconi verlor. Bei den Säbel-Frauen holte Olga Charlan aus der Ukraine den EM-Titel. Silber sicherte sich die Französin Manon Brunet, Bronze gewannen Vorjahressiegerin Sofja Welikaja (Russland) und die Ungarin Anna Marton.

Das deutsche Frauen-Quartett ging am ersten Wettkampftag dagegen leer aus. Nachdem Julika Funke (Künzelsau) und Ann-Sophie Kindler (Eislingen) die Segel bereits nach der ersten Runde streichen mussten, schieden Anna Limbach und Lea Krüger (beide Dormagen) vor dem Achtelfinale aus.

Sportdirektor Sven Ressel hatte vor dem Turnierstart "Top-Ergebnisse" von den deutschen Athleten gefordert, Medaillen blieben Kleibrink und Co. am ersten Wettkampftag allerdings schuldig.

"Es war ein enttäuschender Tag, ich bin nicht zufrieden mit dem Ergebnis", sagte Ressel nach dem Ausscheiden seiner Athleten. "Das Ziel haben wir leider klar verfehlt, deshalb war es ein schlechter Anfang." Dennoch blickte er optimistisch voraus: "Ich mache mir keine Gedanken, dass es jetzt so weiter geht."

Nach dem medaillenlosen Debakel in Rio 2016 und der ersten WM ohne Edelmetall seit 47 Jahren im vergangenen Jahr im chinesischen Wuxi steht das deutsche Fechten unter Druck. Zur Sicherung der finanziellen Förderung müssen die deutschen Fechter nun durch Top-Platzierungen wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Die Hoffnungen auf Edelmetall bei der Heim-EM ruhen im deutschen Lager vor allem auf Säbel-Europameister Max Hartung und Florett-Senkrechtstarterin Leonie Ebert, die sich beide in dieser Saison bislang stark präsentierten. Hartung bestreitet seinen Wettkampf am Mittwoch, die erst 19 Jahre alte Ebert ist bereits am Dienstag am Start. Auch in den Mannschaftswettbewerben, die am Donnerstag beginnen, rechnet sich der DFeB vordere Platzierungen aus.

(lt/sid)
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