European Championships 2018: "Gefährlicher" Sprung kostet Wasserspringer Patrick Hausding das Finale

European Championships 2018 : "Gefährlicher" Sprung kostet Wasserspringer Hausding das Finale

Fehlstart für Rekord-Europameister Patrick Hausding: Der Berliner hat bei der EM der Wasserspringer das Finale vom 1-Meter-Brett verpasst. Dafür holten Maria Kurjo und Elena Wassen Bronze vom Turm.

Als Wasserspringer Patrick Hausding auf der Tribüne über die zweite EM-Medaille seiner Teamkollegen jubelte, war der Frust über seinen eigenen Fauxpas für einen Moment vergessen. Zwei Stunden vor den Bronze-Sprüngen von Maria Kurjo und Elena Wassen im Turm-Synchronfinale war der Olympiadritte völlig überraschend im Vorkampf vom 1-Meter-Brett gescheitert.

Hausding fiel im Royal Commonwealth Pool von Edinburgh nach einem verpatzten Zweieinhalb-Auerbachsalto im letzten Durchgang vom zweiten auf den 14. Platz zurück. Der Rekord-Europameister war zu dicht am Brett gesprungen, woraufhin der Sprung als gefährlich eingestuft und mit maximal zwei Punkten bewertet wurde.

"Wenn der Anlauf so schlecht ist und man 30 Zentimeter hinter der Brettspitze abspringt, ist das die logische Konsequenz", sagte der Berliner im ZDF: "Das hat mit körperlicher und technischer Schwäche zu tun."

Hausding war nach einem monatelangen Ausfall wegen einer Knieverletzung mit Trainingsrückstand an den Start gegangen. Zudem hatte er sich nach einem Trainingssturz eine Woche vor der EM Blessuren am Oberschenkel und Fuß zugezogen.

Für Bundestrainer Lutz Buschkow war die Zwangspause auch der Grund für das Vorkampf-Aus, weil mangels Praxis die Sicherheit fehlte. Sein Vorspringer habe "mit den Anläufen rumgefummelt". Buschkow forderte: "Er muss den Wettkampf jetzt abhaken und nach vorne schauen." Auch Hausdings Berliner Synchron-Partner Lars Rüdiger schied als 13. aus.

Hausding startet bei der EM noch im Einzel (Donnerstag) und Synchron-Wettbewerb (Freitag) vom 3-m-Brett. Aus dieser Höhe konnte er wegen seiner Oberschenkelprobleme zuletzt aber nicht trainieren. Außerdem ist die Konkurrenz vor allem aus Russland und Großbritannien in dieser olympischen Disziplin "sehr groß", wie Hausding betonte, "das sind Athleten auf absolutem Weltniveau."

Dass der Ärger über Hausdings Fehlstart nicht so groß war, lag am Synchronpaar Kurjo/Wassen. Die Berlinerinnen zeigten einen gelungenen Wettkampf vom Turm und lagen nur knapp fünf Punkte hinter den siegreichen Britinnen Eden Cheng/Lois Toulson.

Für Kurjo war es bereits die zweite Medaille in Edinburgh, nachdem sie zum Auftakt mit Partner Lou Massenberg im Team-Event Silber gewonnen hatte. Auf diesen Wettbewerb hatte Hausding extra verzichtet, um Kraft für seinen Einzel-Start zu sparen.

(rent/sid)
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