Amerikaner hat zwei Transplantationen hinter sich: Erik Compton - der Golfer mit dem dritten Herz

Amerikaner hat zwei Transplantationen hinter sich : Erik Compton - der Golfer mit dem dritten Herz

"Nein, ich glaube nicht, dass über mich ein Film gedreht wird", sagt Erik Compton: "Man muss dazu ein Thema haben, das etwas unrealistischer ist." Der Mann hat gut reden, und seine Aussage zeigt, wie sehr er sich an seine Situation gewöhnt hat. Gibt es, bitte schön, etwas Unrealistischeres als einen Profisportler mit zwei Herztransplantationen? 2012 ist der 32-Jährige aus Miami erstmals für die US-PGA-Tour qualifiziert, der Traum schlechthin für jeden Golfprofi. Er hat ihn verwirklicht. Trotz aller Hürden.

"Ich habe damit gerechnet, dass ich sterben würde"

Ehefrau Barbara, eine Argentinierin, schätzt die Situation möglicherweise etwas besser ein als ihr Mann: "Natürlich ist unser Leben außergewöhnlich. Es ist einzigartig." Im Alter von zwölf Jahren erhielt Erik Compton 1992 wegen seiner angeborenen Herz-Insuffizienz das erste Spenderorgan von der 15-jährigen Jannine, die von einem betrunkenen Autofahrer getötet wurde. 16 Jahre arbeitete der Muskel, dann erlitt Compton 2007 einen Infarkt. Er erinnert sich: "Ich habe damit gerechnet, dass ich sterben würde."

Die Rettung war die Tragik des jungen Volleyballspielers Isaac, der ebenfalls Opfer eines Verkehrsunfalls geworden war. "Manchmal frage ich mich schon, warum lebe ich, und meine beiden Spender sind tot", sagt Compton: "Ich empfinde sie immer noch als ein Teil von mir."

Er weiß sein außergewöhnliches Glück zu schätzen. Fortschritt der Medizin, es hätte Abstoßungsreaktionen geben können, bei Jannine und bei Isaac. Etwa 30 Pillen muss er morgens und abends zu sich nehmen ("Meine Supermann-Pillen"). Viermal im Jahr wird er gecheckt. Im oberen linken Bein hat er kein Gefühl mehr, die Leitungen der Herz-Lungen-Maschine haben da etwas kaputt gemacht. "Es geht nicht darum, am längsten zu leben, sondern so viel Lebensqualität wie möglich zu erreichen", sagt er.

Mit dem Golfsport begann der Sohn eines Amerikaners und einer Norwegerin im Alter von acht Jahren. Ein Talent, er traf den Ball. Nach der ersten OP half Golf bei der Reha, Golf brachte das Stipendium der Universität Georgia. Seit 2001 spielt er als Profi, schaffte es aber bisher nur auf die zweitklassige "Nationwide Tour". Bis zu diesem Jahr. Durch den Sieg bei der "Mexico Open" sammelte er genug Preisgeld, um den Aufstieg in die PGA-Tour zu schaffen.

Werbung für Organspende

Compton arbeitet eng mit einer Stiftung zusammen, die sich um Organspenden kümmert: "Wir sammeln Geld für Menschen, die Hilfe bei einer Organspende brauchen." Mehr als 110.000 warten in den USA auf ein Spenderorgan. "Je mehr ich auf dem höchsten Level spielen kann, desto mehr ist es mir möglich, meine Geschichte zu erzählen", sagt Compton: "Ich möchte mehr Aufmerksamkeit für andere Herzkranke erzeugen und Werbung für Organspenden machen."

Am 9. Januar startet in den USA die neue Saison im Waialae Country Club, Honolulu auf Hawaii. Caddie Phil Smith wird Compton die Schläger tragen, wie er es als enger Freund seit 15 Jahren tut. "Jetzt sagen die Leute, großartig, er hatte Herztransplantationen und spielt Golf", sagt Smith: "Aber Eric wäre es lieber, wenn es hieße: Das ist Erik Compton, einer der Topgolfer der Welt - übrigens: Er hatte Herztransplantationen."

(DAPD)
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