Die Finals in Berlin 2019: Klosterhalfen fliegt zum nächsten Rekord

Über 5000 Meter : Klosterhalfen fliegt zum nächsten Rekord

Tausende Sportler kämpfen in Berlin in verschiedenen Disziplinen um die Deutsche Meisterschaft. Während es für die Läuferinnen an Tag eins rund lief, enttäuschten andere. Eine Zusammenfassung.

Konstanze Klosterhalfen flog unwiderstehlich zum nächsten deutschen Rekord, Tatjana Pinto stürmte beim Kräftemessen der schnellsten deutschen Frauen zum Sieg: Die Top-Läuferinnen haben zum Auftakt der Leichtathletik-DM in Berlin eine große Show geboten. Dagegen kassierten die schwächelnden Werfer-Stars Christoph Harting und David Storl böse Pleiten.

"Die letzten zwei Runden gingen schon ein wenig in die Beine, aber ich habe gedacht, jetzt nur noch laufen und alles geben", sagte Klosterhalfen nach ihrem überragenden Auftritt über 5000 m. Die 22-Jährige aus Leverkusen blieb über 5000 m in 14:26,76 Minuten mehr als 15 Sekunden unter der 20 Jahre alten bisherigen Bestmarke von Irina Mikitenko aus dem Jahr 1999 (14:42,03).

"Das ist super. Ich wollte schnell laufen und schauen, was geht. Ich bin superhappy, dass das so geklappt hat", sagte Klosterhalfen, die unter dem Jubel von 26.000 Zuschauern ihre persönliche Bestleistung um fast 25 Sekunden unterbot. Ende Juni hatte Klosterhalfen den bis dahin ebenfalls von Mikitenko gehaltenen deutschen Rekord über 3000 m um mehr als zehn Sekunden auf 8:20,07 Minuten gedrückt.

Sprinterin Pinto (Paderborn) ließ über 100 m in deutscher Jahresbestzeit von 11,09 Sekunden der EM-Zweiten Gina Lückenkemper (Berlin/11,20) und Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz (11,21) keine Chance. "Das war die Kirsche auf der Sahnetorte", meinte Pinto, die schon nach dem Start klar in Führung lag.

Über 100 m der Männer sich setzte sich Michael Pohl überraschend in 10,27 Sekunden vor Titelverteidiger Kevin Kranz (10,29/beide Wetzlar) und dem deutschen Rekordhalter Julian Reus (10,30/Erfurt) durch.

Diskus-Olympiasieger Harting blieb beim Berliner Heimspiel ohne gültigen Versuch - genau wie vor einem Jahr im Olympiastadion in der EM-Qualifikation. Den Titel sicherte sich der Magdeburger Martin Wierig (Magdeburg) mit 65,39 m.

"Es ist nur eine deutsche Meisterschaft - halb so wild", sagte Harting: "Woran es gelegen hat? Verschiedene Umstände. Zum einen der körperliche Verfassungszustand, den ich hier nicht vorschieben möchte." Letztendlich habe eine Summe von Faktoren zu dem Nicht-Ergebnis geführt.

Harting, den in dieser Saison immer wieder auch Rückenprobleme plagten, ließ zudem seinen Start in Doha/Katar (27. September bis 6. Oktober) trotz erfüllter Norm erneut offen, um seine Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio nicht zu gefährden.

Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister Storl kassierte nach acht DM-Titeln in Serie eine deutliche Niederlage, rettete im letzten Versuch aber zumindest noch Bronze. Danach deutete der Leipziger an, dass er die Saison womöglich vorzeitig abbricht. Das Ergebnis sei "total ernüchternd", sagte er: "Es zeigt, dass man sich zusammensetzen und überlegen muss, was man jetzt macht."

Storl verbesserte im Olympiastadion, wo er bei der WM zehn Jahre zuvor seinen ersten großen Wettkampf bestritten hatte, zwar seine Saisonbestleistung um drei Zentimeter auf 19,77 m, blieb damit aber erneut deutlich unter der vom DLV geforderten Norm (20,70 m) für die Wüsten-WM.

Der 29-Jährige, zuvor achtmal in Serie Meister, zeigte lange eine ganz schwache Vorstellung. Erst im letzten Versuch konnte er sich dann etwas steigern. Deutscher Meister wurde der Jahresbeste Simon Bayer (Sindelfingen) mit 20,26 m.

Berlin-Spezialistin Christin Hussong (Zweibrücken), im Vorjahr Europameisterin an gleicher Stelle geworden, sicherte sich zum dritten Mal den DM-Titel mit dem Speer. Die 25-Jährige setzte sich im Berliner Olympiastadion, mit guten 65,33 m souverän durch - zu ihrer Bestleistung vom EM-Triumph fehlten Hussong rund zweieinhalb Meter. Stark zeigte sich Ex-Europameisterin Cindy Roleder (Halle/Saale) bei ihrem klaren Sieg über 100 m Hürden (12,90 Sekunden).

(sef/sid)
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