Der Vatikan will zu Olympia

Erster Sportverband gegründet: Der Vatikan will zu Olympia

Nonnen, Priester und Schweizer Gardisten aus dem Vatikan treiben nun organisierten Sport. Der Staat hat seinen ersten Sportverband gegründet, der hohe Ziele hat.

Der Vatikan hat seinen ersten eigenen Sportverband gegründet. Das 60 Mitglieder starke Leichtathletik-Team, zu dem unter anderem Nonnen, Priester und Angehörige der Schweizergarde zählen, wurde am Donnerstag offiziell vorgestellt. "Unser Traum ist es, die Flagge des Heiligen Stuhls bei der Eröffnungsfeier von Olympischen Spielen zu sehen", sagte Bischof Melchor Sanchez de Toca Alameda, der dem Verband vorsteht.

Erstes Ziel sei es jedoch, an kleineren Veranstaltungen wie den Mittelmeerspielen teilzunehmen. Voraussetzung für die Gründung war ein bilaterales Abkommens mit dem italienischen Olympischen Komitee (Coni), das einen starken gegenseitigen Austausch vorsieht. "Heute haben wir einen mutigen Anfang erlebt", sagte Coni-Präsident und IOC-Mitglied Giovanni Malago.

Der jüngste Sportler ist ein 19 Jahre alter Schweizergardist, der älteste ein 62 Jahre alter Professor der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek. Erstmals an einem offiziellen Wettkampf teilnehmen wird "Athletica Vaticana" am 20. Januar beim Zehn-Kilometer-Lauf "Corsa di Miguel" in Rom, der zu Ehren von Miguel Sanchez ausgetragen wird, einem argentinischen Langstreckenläufer, der während der Diktatur in dem südamerikanischen Land verschwand.

Der Vatikan hatte bereits 2007 ein Fußballturnier ins Leben gerufen. Der sogenannte Clericus Cup mit 16 Mannschaften wird jährlich im Frühjahr ausgetragen. Daran beteiligen sich Theologiestudenten und Dozenten der päpstlichen Universitäten.

Papst Franziskus selbst ist großer Fußballfan des argentinischen Traditionsklubs CA San Lorenzo de Almagro. Das Turnier im Vatikan wurde allerdings bereits unter seinem deutschen Vorgänger Benedikt XVI. eingeführt.

(sef/sid)
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