Darts: Premier League feiert Premiere in Deutschland

Ausverkaufte Arena am Berliner Ostbahnhof: Die Darts-Premier-League feiert Deutschland-Premiere

Die Premier League feiert ihr Deutschland-Debüt in Berlin. Auch ohne einen deutschen Spieler in der Weltspitze steigt das Interesse hierzulande stetig.

Die Darts-Elite gastiert zum ersten Mal in Berlin - und die Zuschauer kommen in Massen. Dass sie dort keinen deutschen Spieler auf der Bühne sehen werden, ist völlig egal. 11.000 Menschen werden am Donnerstag in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof erwartet, wenn die prestigeträchtige Premier League erstmals in Deutschland Halt macht und die Begeisterung für das Pfeilewerfen abermals auf eine neue Stufe hebt.

Unten feiern die Zuschauer in Hasen- und Pocahontas-Kostümen im von Bierduft getränkten Saal, oben auf der Bühne duellieren sich die Stars der Branche im einzigen Wettbewerb der Professional Darts Corporation (PDC), der im Ligamodus ausgetragen wird. Berlin ist die vierte von insgesamt 16 Stationen.

"Darts hat sich in Deutschland prächtig entwickelt. Wir mussten von Jahr zu Jahr in größere Hallen gehen, und die Premier League ist das i-Tüpfelchen. Es ist auch ein Dank an die Fans", sagte PDC-Chef Barry Hearn, der mit der Vermarktung von Randsportarten jährlich mehrere Millionen britische Pfund verdient.

Und auch Doppelweltmeister Michael van Gerwen gerät ins Schwärmen, wenn er an die Stimmung in deutschen Hallen denkt. "Das wird fantastisch. Die deutschen Fans haben es sich verdient. Deutschland ist ein großes Land, bald wird es bestimmt auch jemand ganz nach oben schaffen", sagte der Weltranglistenerste dem SID. Doch davon ist Deutschland noch ein Stück weit entfernt.

Vollprofis gibt es nur eine Hand voll. Der Weg auf die großen Bühnen ist weit, doch nur dort gibt es viel Geld zu verdienen. Aber die Anzahl derer, die ihr Einkommen mit dem Sport sichern wollen, nimmt stetig zu.

Die derzeit erfolgreichsten deutschen Darter, Max Hopp und Martin Schindler, haben viel Potenzial, den Sprung in die Weltspitze aber bislang nicht geschafft. Die PDC unterstützt die deutschen Spieler und schätzt den lukrativen Markt, muss sich aber auch ohne Weltklasse-Werfer keine Sorgen machen.

Denn anders als in vielen anderen Sportarten funktioniert Darts hierzulande auch ohne deutsche Beteiligung. Beim Finale der Weltmeisterschaft erreichte der TV-Sender Sport1 mit 2,15 Millionen Zuschauern im Schnitt Rekordwerte.

Angeführt von Klassenprimus van Gerwen und Weltmeister Rob Cross werden die Profis auch ohne deutsche Beteiligung begeistern. Auf der Bühne stehen Engländer, Schotten, Niederländer, ein Nordire, ein Waliser, ein Australier und zumindest ein Österreicher - Mensur Suljovic ist der erfolgreichste Spieler aus dem deutschsprachigen Raum.

Für die Fans spielen die Nationalitäten aber ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. Wer Leistung zeigt, wird bejubelt. Auch in den kommenden Jahren, wenn die Premier League aller Voraussicht nach wieder nach Deutschland kommt. Irgendwann vielleicht auch mit deutscher Beteiligung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Cross gewinnt Nervenschlacht gegen van Gerwen

(sid)
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