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CHIO: Verpatzter Auftakt bei Klimkes Dressur-Debüt im Nationalteam​

CHIO in Aachen : Verpatzter Auftakt bei Klimkes Dressur-Debüt im Nationalteam

Mit besonderer Aufmerksamkeit schauen die Zuschauer beim größten Reitturnier der Welt auf Ingrid Klimke. Die Weltklassereiterin erlebt beim CHIO eine Premiere der besonderen Art. Der Start allerdings geht daneben.

Viel schlimmer kann eine Premiere kaum ablaufen. Bei ihrem ersten Ritt in der deutschen Dressur-Nationalmannschaft beim CHIO in Aachen startete Ingrid Klimke mit unerwarteten und ungewöhnlichen Fehlern. Die erfolgreichste Vielseitigkeitsreiterin der Welt ritt mit Franziskus zu spät ins Viereck und zu Beginn des Grand Prix am Donnerstag einmal in die falsche Richtung. Selbstkritisch gab Klinke zu: „Mit dem Pferd bin ich zufrieden, mit der Reiterin nicht.“

Das mit Spannung erwartete Debüt der 54 Jahre alten Reiterin aus Münster in zwei CHIO-Nationalteams, in der Vielseitigkeit und in der Dressur, startete mit Missgeschicken und einem „bockenden“ Franziskus. „Das war unnötig“, sagte Klaus Roeser, Equipechef der deutschen Dressurmannschaft.

„Das hat mich schon geärgert“, kommentierte Klimke: „Das war vermanagt.“ Die in der Vielseitigkeit bei EM, WM und Olympia mit insgesamt zehn Goldmedaillen dekorierte Reiterin aus Münster ritt ihr Dressur-Debüt in der deutschen Nationalmannschaft anschließend ordentlich zu Ende.

Ist der Doppelstart in zwei Nationalteams zu viel? „Daran lag es nicht“, sagte die 54-Jährige: „Ich habe genauso viele Pferde mit wie sonst.“ In den Jahren zuvor war sie beim CHIO mehrfach in der Vielseitigkeit mit der deutschen Mannschaft und zudem in der Dressur als Einzelstarterin im Rahmenprogramm geritten.

Die deutsche Dressur-Mannschaft liegt nach dem Grand Prix und vor dem Special am Samstag auf Rang zwei des Nationenpreises. Es führt Dänemark mit 229,740 Prozentpunkten vor dem Gastgeber-Team (228,499) und den Niederlanden (219,608). Klimkes Wertung war das Streichergebnis für Deutschland, da nur die drei besten Ergebnisse jedes Teams einfließen.

Besser als bei Klimke gelangen die Premieren im CHIO-Team Frederic Wandres (Hagen a.T.W) mit Duke of Britain mit dem zweitbesten Einzelergebnis und Benjamin Werndl (Tuntenhausen) mit Famoso. Die beiden Neulinge zeigten überzeugende Leistungen. „Die Jungs waren klasse“, kommentierte Bundestrainerin Monica Theodorescu: „Sie haben top geliefert.“

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„Ich bin sehr zufrieden und erleichtert, denn ich war schon aufgeregt“, sagte Werndl. Der 37-Jährige aus Tuntenhausen ist der Bruder von Doppel-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl, die wegen der bevorstehenden Geburt ihres zweiten Kindes pausiert.

Von Bredow-Werndl wird auch bei der WM in knapp fünf Wochen im dänischen Herning fehlen, ebenso wie Dorothee Schneider, deren Pferd Showtime nicht fit ist. „Das ist sehr, sehr schade“, sagte die Bundestrainerin: „Wir schauen jetzt nach vorne.“

In einem Team mit drei Neulingen sorgte die erfahrene Isabell Werth am Donnerstag für das zweitbeste Ergebnis. Die erfolgreichste Reiterin der Welt hat ihre bisherigen Top-Pferde Weihegold und Bella Rose aus dem Sport verabschiedet und versucht nun, Quantaz in die Weltspitze zu führen. „Es ist nicht so ein großer Abstand wie es hätte sein können“, sagte Werth zu Platz zwei hinter Dänemark.

(lonn/dpa)