CHIO in Aachen 2019 - Programm, Favoriten, TV-Übertragung, Neuerungen

CHIO in Aachen : Was Sie zum Nationenpreis wissen müssen

Das Team-Springen am Donnerstagabend ist das Highlight des CHIO. Doch wie läuft es ab? Wie steht es um die deutsche Equipe? Um wie viel Geld geht es? Und wird es im Fernsehen übertragen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Er ist der stimmungsvolle Höhepunkt eines jeden Aachener CHIO: der Nationenpreis am Donnerstagabend ab 19.30 Uhr. 40.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion, vor dem Fernseher auch Menschen, die sonst keinen Reitsport verfolgen – das Format des Wettbewerbs mit seiner Länderspielatmosphäre unter Flutlicht und bis zu 3,5 Stunden garantierte Spannung zieht viele immer wieder aufs Neue in seinen Bann.

Hier sind zehn Dinge, die Sie wissen müssen, um für den Nationenpreis 2019 vorbereitet zu sein:

So funktioniert der Nationenpreis CHIO Aachen

Das Format ist eine Prüfung mit zwei identischen Umläufen. Pro Nation treten maximal vier Reiter an, pro Umlauf werden die besten drei Ergebnisse gewertet. Die besten acht Nationen qualifizieren sich für den zweiten Umlauf. Es gewinnt die Mannschaft mit der geringsten Fehleranzahl nach beiden Umläufen. Herrscht Punktegleichheit, gibt es ein Stechen mit je einem Reiter pro Team.

Diese Historie steckt hinter dem Nationenpreis

Der erste Nationenpreis für Springreiter im Rahmen des CHIO wurde bereits 1929 ausgetragen. Damals gewann Schweden. Rekordsieger ist Deutschland mit 28 Siegen.

So stehen die Chancen fürs deutsche Team beim CHIO

Die Hoffnung, nach 2016, 2017 und 2018 zum vierten Mal in Folge den Nationenpreis zu gewinnen, ist da, und sie ist berechtigt. Nachdem Deutschland im Vorjahr neben den Routiniers Marcus Ehning (45) und Hans-Dieter Dreher (47/Ersatzreiter) auf die Youngster Simone Blum (30), Maurice Tebbel (25) und Laura Klaphake (25) setzte, gesellen sich 2019 zu Ehning, Blum und Tebbel in Christian Ahlmann (44) und Daniel Deußer (37) zwei Altbekannte aus der Weltspitze, die ins Nationalteam zurückkehren. Tebbel wird aus dem Quintett als Ersatzreiter fungieren. Klaphake war ohne ihr Erfolgspferd „Catch me if you can“, das verkauft wurde, ohne Chance auf eine Nationenpreis-Nominierung.

Darum fehlten Deußer und Ahlmann 2018 im Team, sind aber jetzt wieder dabei

Deußer (Weltranglistenposition 4) und Christian Ahlmann (12) standen für den Nationenpreis im Vorjahr nicht zur Verfügung, weil die beiden Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2016 in Rio wegen juristischer Bedenken die so genannte Athletenvereinbarung nicht unterschrieben hatten, die das Bundesinnenministerium und der Deutsche Olympische Sportbund als Voraussetzung für die finanzielle Förderung eines Verbandes jährlich einfordern. Die Athletenvereinbarung schließt per Schiedsvereinbarung den Gang vor ordentliche Gerichte aus. Inzwischen haben beide die Vereinbarung unterschrieben.

Das sind die Favoriten

Die Niederländer und Belgien mit Gregory Wathelet, dem Sieger des Großen Preises von Aachen 2017, gelten neben den Gastgebern einmal mehr als aussichtsreiche Kandidaten auf den Sieg im Nationenpreis. Auch die Franzosen und Amerikaner dürften ein Wörtchen über den Ausgang mitreden.

Diese Atmosphäre erwartet Reiter und Fans

Knapp 3,5 Stunden unter Flutlicht, ein traditionell ausverkauftes Haus mit 40.000 Zuschauern, ein anspruchsvoller Parcours, dazu Länderspiel-Flair – man findet wohl keinen Reiter, für den der Nationenpreis nicht zu den größten Gänsehautmomenten seines Sports zählt.

So sortiert sich das Aachener Reitstadion in die Liste deutscher Stadien ein

Das 2005 für 17 Millionen Euro umgebaute Stadion gehört zu den größten Reitsportstadien der Welt. Zum Vergleich: Der nur einen Steinwurf entfernte Tivoli, Heimstätte von Viertligist Alemannia Aachen, fasst nur 32.960 Zuschauer. In der Liste der größten deutschen Fußballstadien stünde das Aachener Reitstadion theoretisch auf Rang 17. Die Bundesligastadien in Leverkusen, Augsburg oder Sinsheim bieten weniger Fans Platz.

Um diese Gewinnsumme geht es beim CHIO

Der Aachener Nationenpreis ist 2019 mit 420.000 Euro dotiert. Hinzu kommt eine Zusatzdotierung in Höhe von noch einmal 80.000 Euro. Der Teamwettbewerb ist damit nach dem „Großen Preis von Aachen“ (eine Millionen Euro an Preisgeld) der zweitlukrativste Wettbewerb beim CHIO.

Hier können Sie den Nationenpreis im TV verfolgen

Der WDR überträgt live von 20.15 bis 22.40 Uhr. (Hier geht’s zur Programm-Übersicht für den CHIO.)

Das ändert sich bei Olympia 2020 am Format des Nationenpreises

Laura Klaphake blieb im Nationenpreis 2018 ohne Fehler. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Bei den kommenden Sommerspielen treten nur noch drei statt vier Reiter pro Team bei einem Nationenpreis an. Das Streichergebnis fällt also weg. Stattdessen gibt es ein „Cut-Off-Ergebnis“, das heißt: Erreicht ein Reiter 16 Strafpunkte, wird sein Ritt beendet. Reiter, die disqualifiziert werden oder ihren Ritt nicht beenden können, häufen 20 Strafpunkte an. Der Weltpferdesportverband FEI will mit dieser Entscheidung aus dem Jahr 2016 die Zahl der Nationen im Teamwettbewerb erhöhen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hatte sich offen gegen diese Änderung ausgesprochen.

Hier geht es zur Infostrecke: Das Programm für den CHIO 2019

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