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CHIO Aachen​: Deutschland gewinnt zum 29. Mal den Nationenpreis​

CHIO Aachen : Deutschland gewinnt zum 29. Mal den Nationenpreis

Nach vier Jahren Pause gibt es wieder einen deutschen Sieg im wichtigsten Nationenpreis der Welt. In der Dressur ist dagegen eine Aufholjagd vonnöten

Die deutschen Springreiter haben beim CHIO in Aachen dem teilweise strömenden Regen und einem Temperatursturz um 20 Grad getrotzt und zum ersten Mal seit 2018 wieder den traditionsreichen Nationenpreis gewonnen. Die Debütanten-Equipe mit Jana Wargers (Emsdetten) und Limbridge, Christian Kukuk (Riesenbeck) und Mumbai, Janne Friederike Meyer-Zimmermann (Pinneberg) und Messi sowie Europameister Andre Thieme (Plau am See) und Chakaria verwies Belgien und Großbritannien auf die Plätze zwei und drei. Es war der insgesamt 29. deutsche Sieg in dem renommierten Wettbewerb.

„Unser Team hat superstarke Runden abgeliefert, und am Ende hat es dann gepasst“, sagte Wargers am WDR-Mikrofon. „Daran glauben muss man sowieso immer“, meinte Kukuk, „ich war sicher, dass wir abliefern, und ich glaube, da trinken wir nachher mal einen drauf.“ Andre Thieme hatte „es so sehr gehofft, aber wenn man etwas zu sehr hofft, passiert es ja oft nicht“.

Schon nach dem ersten Umlauf hatten die Gastgeber geführt, Jana Wargers mit nur einem Zeitfehler sowie Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Andre Thieme hatten alle Stangen liegengelassen. Das Streichergebnis in der ersten Runde lieferte Christian Kukuk, der sich dann aber mit einer blitzsauberen Nullrunde im zweiten Umlauf rehabilitierte. Auch Wargers und Meyer-Zimmermann blieben fehlerfrei, Thieme musste als Schlussreiter gar nicht mehr antreten: Als Belgiens Schlussreiter Gregory Wathelet eine Stange abräumte, standen die Gastgeber als Sieger fest.

In der Dressur hatte wenige Stunden zuvor ein Patzer von Ingrid Klimke bei ihrem Debüt im Nationenpreis die Equipe von Bundestrainerin Monica Theodorescu die Führung gekostet. Beim Einreiten verweigerte Klimkes 14-jähriger Hengst Franziskus bei ablaufender Uhr den Gehorsam, als die beiden es endlich geschafft hatten, schlug Klimke beim ersten Abwenden die falsche Richtung ein. „Das Pferd war super, die Reiterin nicht so“, sagte die 54-Jährige, die auf einem für sie indiskutablen 17. Platz landete.

Da auch Isabell Werth und Quantaz nicht über einen fünften Platz in der Einzelwertung hinauskamen, ist Deutschland vor dem entscheidenden Grand Prix Special am Samstag nun Zweiter hinter Dänemark. Der Unterschied beträgt allerdings nur etwas mehr als einen Punkt. „Das ist doch alles noch okay“, sagte Werth: „Es hätte schlimmer kommen können.“

Bester deutscher Reiter in der Einzelwertung war der zweimalige nationale Vizemeister Frederic Wandres mit Duke of Britain, er landete auf Platz zwei hinter der überragenden Dänin Cathrine Dufour mit Vamos Amigos. Dufour lieferte damit einen weiteren Fingerzeig für ihre Heim-WM im August im dänischen Herning. Am Mittwoch hatte sie mit Bohemian bereits den Grand Prix der Vier-Sterne-Tour gewonnen, nun legte sie mit Vamos Amigos auf Fünf-Sterne-Niveau beeindruckend nach.

(lonn/SID)