"Buschreiterin" Sandra Auffarth wird Dritte bei Springderby-Premiere

Überraschung in Hamburg: "Buschreiterin" Auffarth wird Dritte bei Springderby-Premiere

"Fremdgegangen" und dabei fast gewonnen: Gleich bei ihrer Springderby-Premiere in Hamburg hat Vielseitigkeits-Weltmeisterin Sandra Auffarth die Spezialisten mit einem dritten Platz düpiert.

Die Buschreiterin musste sich im Stechen lediglich Überraschungssieger Matthew Sampson aus Großbritannien und dem Grevenbroicher Gilbert Tillmann knapp geschlagen geben.

Zwei winzige Unachtsamkeiten kurz vor dem Ziel entschieden gegen die 31-Jährige aus Ganderkesee, der die schnellste Runde gelang. "Unser Absprung hat nicht ganz gepasst", sagte Auffarth, die mit ihrem Derbypferd La Vista nun wohl öfter in die Hansestadt kommen wird: "Ich glaube, wir haben hier ein paar gute Jahre vor uns."

Sieger Sampson führte einen wahren Veitstanz auf, nachdem sein unerwarteter Erfolg vor 25.000 Zuschauern feststand. "Es hat alles gepasst, es war ein unglaubliches Wochenende für uns", erklärte der Gewinner, der eigentlich nicht zur ersten Garde der britischen Springreiter gehört.

Er blieb mit Gloria im Stechen als einziger ohne Patzer. Der zweitplatzierte Tillmann (Grevenbroich) musste mit Claus Dieter einen Abwurf hinnehmen.

Viele weit prominentere Siegkandidaten ritten weit am Stechen vorbei. So leistete sich Lokalmatadorin Janne-Friederike Meyer-Zimmermann aus Pinneberg mit Anna ebenso zwei Fehler wie Ex-Weltmeister Dermott Lennon aus Irland mit Gelvins Touch. Vorjahressieger Pato Muente aus Slowenien musste im Sattel von Catch the Dollar sogar aufgeben.

"Im entscheidenden Moment sind wir einmal zu früh abgesprungen", sagte Meyer-Zimmermann, die am Ende den neunten Platz belegte.

Bereits am Mittag hatte Emma Kanerva das 60. deutsche Dressur-Derby siegreich beendet. Die 32 Jahre alte Finnin setzte sich im Finale mit 71,567 Prozentpunkten gegen Jan-Dirk Gießelmann aus Barver (70,222) sowie die Australierin Kristy Oakley (69,200) durch.

Die mit 30.000 Euro dotierte Prüfung wurde traditionsgemäß mit Pferdewechsel ausgetragen. Kanerva erwies sich unter diesen Bedingungen als ausgeglichenste Reiterin, die auch mit den Pferden der Konkurrenz gut zurechtkam. "Ich bin einfach nach Gefühl geritten und hatte eine Menge Spaß", sagte Kanerva.

Das mit 300.000 Euro höchstdotierte Springen des Derby-Meetings entschied schon am Samstag Harrie Smolders mit Don zu seinen Gunsten. Bei der zur Global Champions Tour zählenden Prüfung blieb der Weltranglistenerste aus den Niederlanden nicht nur im Normalparcour, sondern auch im Stechen fehlerfrei.

Begünstigt von der frühsommerlichen Witterung wurde der Besucherrekord des Vorjahres egalisiert. "An den fünf Turniertagen hatten wir wieder insgesamt 93.000 Zuschauer auf dem Derby-Platz", sagte Turnierdirektor Volker Wulff. Die 90. Auflage des Derby-Meetings findet 2019 vom 29. Mai bis 2. Juni statt.

(SID)