Barna erhebt schwere Vorwürfe gegen den Tennisverband: Australian Open: Größte deutsche Pleite seit 1974

Barna erhebt schwere Vorwürfe gegen den Tennisverband : Australian Open: Größte deutsche Pleite seit 1974

Melbourne (rpo). Mit dem Ausscheiden von Anca Barna als letzte deutsche Spielerin im Teilnehmerfeld der Australian Open ist die größte Tennis-Pleite des DTB seit 30 Jahren perfekt.

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p class="text"><P>Melbourne (rpo). Mit dem Ausscheiden von Anca Barna als letzte deutsche Spielerin im Teilnehmerfeld der Australian Open ist die größte Tennis-Pleite des DTB seit 30 Jahren perfekt.

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p class="text">Von den insgesamt neun deutschen Spielern war bei den Australian Open nach nur zwei Runden keiner mehr dabei. In ihrem Frust attackierte Anca Barna nach dem 3:6, 4:6 gegen Lisa Raymond (USA) massiv den Deutschen Tennis Bund (DTB): "Das Ergebnis liegt vor allem am Verband. Wir Spieler sind im DTB unwichtig, die Offiziellen sind viel wichtiger. Die Unterstützung ist gleich null."

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p class="text">Immerhin scheint ein gewisses Problembewusstsein auch im DTB vorhanden zu sein, denn kurze Zeit später wurde Barbara Rittner am Rande des Grand-Slam-Turniers als neuer Tourcoach für die deutschen Spielerinnen präsentiert. "Die Situation im deutschen Damentennis ist ein Drama. Schlimmer kann es nicht werden", meinte Rittner.

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p class="text">Besser sieht es derzeit auch bei den Herren nicht aus, für die der letzte Mohikaner Florian Mayer in der zweiten Runde 1:6, 0:6, 3: 6 am Geheimfavoriten David Nalbandian (Argentinien) scheiterte. Eine schlechtere deutsche Gesamtbilanz hatte "down under" zuletzt 1974 gegeben, als nur Karl Meiler die 2. Runde erreicht und dort verloren hatte.

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p class="text">"Das Ergebnis ist enttäuschend und nicht zu entschuldigen, aber Untergangsstimmung ist fehl am Platz. Wir werden auch mit dem Lager von Frau Barna ein klärendes Gespräch führen", sagte DTB-Sportwart Rolf Schmid. Dem beschämten Patrik Kühnen ("Nach Melbourne bleibt nur Frust") war es in den letzten Tagen sichtlich schwer gefallen, als erfolgloser deutscher Daviscup-Teamchef über die Anlage zu gehen, und auch seine letzte Hoffnung erlebte eine Bruchlandung. Aufgeregt vom plötzlichen Rummel um seine Person und müde von zwei Nächten mit wenig Schlaf, hatte Florian Mayer dem haushohen Favoriten Nalbandian wenig entgegenzusetzen.

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p class="text">Glauben an Sensation verloren

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p class="text">Bis zum ersten Spielgewinn zum 1:4 dauerte es 16 Minuten, und der nervöse Qualifikant verlor auf dem für ihn ungewohnt großen Show Court 3 schnell den Glauben an die Sensation. "Ehrlich gesagt, habe ich nicht so lange geglaubt, dass ich überhaupt gewinnen kann. Top 10 ist halt eine andere Klasse", meinte der Bayreuther: "Aber ich bin enttäuscht, weil ich nicht mein bestes Tennis gespielt habe. " Sein Aufschlag kam 15 Stundenkilometer langsamer als zuvor beim spektakulären Auftaktsieg gegen den Franzosen Richard Gasquet, zu selten ließ der 20-Jährige bei tollen Stopps und der eingesprungenen Rückhand sein riesiges Potenzial aufblitzen.

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p class="text">Nach 94 Minuten ging Mayer mit gesenktem Kopf zur Gratulation ans Netz und verabschiedete sich mit persönlichem Rekordpreisgeld von 17.000 Euro von seinem ersten Grand-Slam-Turnier. Was bleibt, ist ein Gefühl des Stolzes, später als Vorjahresfinalist Rainer Schüttler und alle anderen Deutschen ausgeschieden zu sein und der Aufstieg auf eine Weltranglistenposition um 170. Hinzu kommen jede Menge wichtige Erfahrungen. Schließlich geht es jetzt auf dem langen Weg nach oben erstmal zurück in die Provinz zum nächsten Challenger-Turnier in Wolfsburg.

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p class="text">Eltern müssen bei Finanzierung helfen

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p class="text">Ein Teil der Kosten wird auch dort von den Eltern finanziert, was Anca Barnas Kritik am Verband zumindest teilweise stützt. "Wir waren hier in Melbourne völlig auf uns gestellt, mehr als ein Hallo gab es vom Verbandsvertreter nicht", schimpfte sie: "Der Nachwuchs bekommt immerhin ein bisschen Geld, aber die Spieler an der Spitze werden völlig vergessen. Wir brauchen bessere Trainingsbedingungen und mehr Förderung." Jetzt soll Barbara Rittner helfen. Erstmals ist sie am 22. März beim Turnier in Miami als Tourcoach im Einsatz. Die Blondine erklärte es zu einer ihrer ersten Aufgaben, die über Teamchef Klaus Eberhard frustrierte Barna ins Fed-Cup-Team zurückzuholen.

So blieben die Doppel-Erfolge von Michael Kohlmann mit dem Österreicher Julian Knowle (6:4, 6:4 gegen die Australier Nathan Healey/Stephen Huss) und von Karsten Braasch mit dem Armenier Sargis Sargsian (6:4, 7:6 gegen die Australier Luke Burgeois und Chris Guccione) die einzigen deutschen Siege an Tag vier. Braasch ist übrigens einer der Kandidaten für eine nach dem Vorbild der Rittner-Position angedachte Stelle als Herren-Tourcoach.

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