Folterkammer statt Osterspaziergang: ALBA "heiß" auf Panathinaikos

Folterkammer statt Osterspaziergang : ALBA "heiß" auf Panathinaikos

Berlin (rpo). In der Bundesliga unterfordert wartet auf ALBA Berlin in der SuproLeague die europäische "Übermannschaft". Über Panathinaikos Athen wollen die "Riesen von der Spree" ins Final-Four-Finale einziehen.

"Natürlich ist Panathinaikos Favorit, ich denke 60:40. Aber wir haben gegen die beste Vereinsmannschaft Europas unsere Chance. Schließlich haben wir sie in diesem Jahr schon bezwungen", betonte ALBA-Coach Emir Mutapcic mit Hinweis auf den 79:71-Heimsieg in der Vorrunde.

Dem großen Ziel Finalrunde ordnen die "Albatrosse" zu Ostern alles unter. Auch der Auftritt am Freitag beim Mitteldeutschen BC, bei dem ein neuer Bundesliga-Startrekord auf der Tagesordnung stand, diente als Aufbauhilfe für die Auftritte gegen den Titelverteidiger am Dienstag (20.00 Uhr) in Athen und zwei Tage später in der Berliner Schmeling-Halle. Ein mögliches Entscheidungsspiel in der "Best-of- three"-Serie würde eine Woche später wieder auswärts stattfinden.

Top-Stars müde laufen

"Wir werden versuchen, die Top-Stars schon im ersten Spiel müde zu laufen. Das mögen sie nicht so", setzt Trainer Mutapcic auf die physische Stärke. Deshalb ließ der 40-jährige Bosnier sein Team zusätzlich in der "Folterkammer" schwitzen: "Wir brauchen viel Kraft, um das Tempo über die vollen 40 Minuten durchhalten zu können."

Der Einzug der Berliner ins "Final Four" vom 11. bis 13. Mai in Paris wäre die Sensation der SuproLeague, die in der kommenden Saison wieder mit dem Konkurrenz-Unternehmen Euro-League vereinigt wird. Panathinaikos hat sich mit seinem 30-Millionen-Mark-Etat - ALBA verfügt etwa über 10 Millionen - Stars aus ganz Europa angeheuert. "Wir können uns nur selbst aus dem Wettbewerb werfen", übermittelte der Wahl-Athener Michael Koch in die deutsche Heimat.

Respekt vor Dejan Bodiroga

Einen Vorgeschmack lieferte Dejan Bodiroga, der als komplettester Basketballer Europas gilt, im jüngsten Punktspiel der Griechen: Bei 14 Würfen traf der 28-jährige Jugoslawe 13 Mal, davon alle vier Dreier. Gegner bei diesem 88:66-Sieg war übrigens Iraklis Saloniki, das gegen ALBA an gleicher Stelle drei Tage zuvor im SuproLeague-Achtelfinale 75:86 verloren hatte. Mutapcic will Tempo und Disziplin gegen die Spielkunst setzen: "Bodiroga liebt es, viel Platz beim Wurf zu haben. Das müssen wir verhindern."

Auch einen Psychotrick mit dem Publikum wollen die "Albatrosse" nutzen. "Wenn in der 20 000-Mann-Halle nur 6000 sitzen, wirkt das leer", hat ALBA-Manager Carsten Kerner festgestellt. ALBA ist für die verwöhnten Griechen keine "Nummer", Panathinaikos für die Berliner Fans schon. "Über 4000 Karten waren eine Woche vor dem Spiel am kommenden Donnerstag schon weg", verriet Kerner. Sollte ALBA am Dienstag den sensationellen Auswärtssieg schaffen, wird es in der Max-Schmeling Halle einen neuen Zuschauer-Saisonrekord geben.

(RPO Archiv)
Mehr von RP ONLINE