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London: 1:2 - Dortmund fast gescheitert

London : 1:2 - Dortmund fast gescheitert

Borussia Dortmund hat den Höhenflug aus der Bundesliga in der Champions League nicht fortsetzen können. Gestern Abend unterlag der Deutsche Meister im Champions-League-Spiel bei Arsenal London mit 1:2. Damit ist der Traum von einer Fortsetzung der Auftritte in der Königsklasse des europäischen Fußballs in dieser Saison fast ausgeträumt. Die Dortmunder brauchen im letzten Heimspiel einen Sieg mit vier Toren Unterschied gegen Marseille und müssen auf einen Erfolg von Arsenal bei Olympiakos Piräus hoffen.

Der BVB startete nach den jüngsten Erfolgen in der Bundesliga durchaus selbstbewusst und mit einigen vielversprechenden Ansätzen. Der Meister musste allerdings schnell mit zwei empfindlichen Rückschlägen fertig werden. Die Mittelfeldspieler Sven Bender (Verdacht auf Kieferbruch) und Mario Götze (Muskelprellung) schieden früh aus. Und die Dortmunder hatten sichtlich Mühe, zur fußballerischen Ordnung zu finden. Es gab zahlreiche Ballverluste im Aufbau und wenig geschickte Pässe in den Angriff. Arsenal hielt sich seinerseits mit offensiven Bemühungen vornehm zurück und wartete auf Kontergelegenheiten, wenn die Dortmunder mal wieder das Spielgerät hergegeben hatten.

Die Führung der Gastgeber fiel jedoch nicht im Anschluss an einen Ballverlust, sondern durch ein grob fahrlässiges Verhalten im von Trainer Jürgen Klopp immer so hingebungsvoll gepriesenen "Spiel gegen den Ball". Auf der rechten Außenbahn ließen sich gleich drei Dortmunder von Alexandre Song vernaschen, und dessen präzise Flanke verwertete Arsenals seit Monaten überragender Stürmer Robin van Persie mit einem ebenso präzisen Kopfball. Dortmund, das kurz nach der Pause ein paar nette Ansätze geboten und in Gestalt von Shinji Kagawa auch eine gute Chance ausgelassen hatte, zeigte Wirkung. Und ihm fehlte die Klasse, die keineswegs überirdisch aufspielenden Londoner ernsthaft zu gefährden.

Im zentralen Mittelfeld zahlte der für Götze eingewechselte Moritz Leitner (18) Lehrgeld. Aber auch Routinier Sebastian Kehl brachte keine Linie in die Dortmunder Angriffe. Nach einer Stunde versuchte Trainer Jürgen Klopp, das Glück zu zwingen. Er nahm den defensiven Kehl aus der Mannschaft und schickte dafür Stürmer Lucas Barrios in den Einsatz.

Geschlossener wurden die Aktionen des Deutschen Meisters dadurch nicht. In den vorderen Spielregionen leisteten sich die Dortmunder viel zu viele leichte Fehler. Dabei tat sich der übereifrige Kevin Großkreutz unerfreulich hervor. Und weil der Gast nach den fälligen Ballverlusten den Gastgebern immer wieder hinterherhecheln musste, büßte er auch Kraftreserven ein. Van Persie entschied die Begegnung mit seinem zweiten Treffer, Kagawas Anschlusstor kam viel zu spät.

(RP)