München: Zwei NSU-Angeklagte wollen aussagen

München : Zwei NSU-Angeklagte wollen aussagen

Der Düsseldorfer Carsten S. könnte die Hauptangeklagte Zschäpe belasten.

Im NSU-Prozess kommt das Münchner Oberlandesgericht langsam, aber zielstrebig zur Sache. Die Angeklagten Holger G. und der Düsseldorfer Carsten S. kündigten an, zu den Vorwürfen der Anklage Stellung zu nehmen. Bereits im Zuge der Ermittlungen gegen die Neonazi-Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hatten die beiden sich umfassend geäußert. Auf ihren Aussagen fußt die Anklage zu wesentlichen Teilen; beide befinden sich in einem Zeugenschutzprogramm.

Die Anwälte der Hauptangeklagten Beate Zschäpe erklärten hingegen erneut, ihre Mandantin werde keine Aussage machen. Auch André E. will sich nicht vor Gericht äußern. Die Anwältin von Ralf Wohlleben kündigte eine Erklärung der Verteidiger an.

Der Prozess um die Terroranschläge des NSU soll nach den Pfingstferien am 4. Juni fortgesetzt werden. Der Zwickauer Gruppe werden zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge zur Last gelegt. Den Anfang der Befragung soll Carsten S. machen, der dem mutmaßlichen Terror-Trio Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Waffe besorgt haben soll. Er ist wegen Beihilfe zu neun Morden angeklagt. Holger G. ist wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Er spendete Geld, transportierte einmal eine Waffe nach Zwickau und traf sich mehrfach mit dem Trio. Fest steht jetzt auch, dass der Bombenanschlag in der Kölner Keupstraße vom 9. Juni 2004 nicht aus dem NSU-Prozess ausgekoppelt werden soll.

Politik Seite A 4

(dpa)
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