1. Politik

Zürich: Zuwanderungsgegner in der Schweiz holen auf

Zürich : Zuwanderungsgegner in der Schweiz holen auf

Ist die Eidgenossenschaft von "Masseneinwanderung" bedroht? Die Abstimmung kommende Woche wird knapp.

Unmittelbar vor dem Schweizer Volksentscheid über eine Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern wächst die Unterstützung für die Forderung. 43 Prozent der Stimmberechtigten wollen nun die Initiative "gegen Masseneinwanderung" der national-konservativen Schweizerischen Volkspartei annehmen, wie die "Neue Zürcher Zeitung" unter Berufung auf neue Umfrageergebnisse berichtete. Damit ist der Anteil der Befürworter von Einschränkungen der Personenfreizügigkeit nach Angaben der Gesellschaft für Sozialforschung um sechs Prozentpunkte gestiegen. Abgelehnt werde dies noch von 50 Prozent der Befragten, sieben Prozent seien unentschlossen.

Sollte die Initiative bei der Abstimmung am 9. Februar durchkommen, müsste die Zuwanderung wieder durch Kontingente begrenzt werden. Auch Deutsche, die in der Schweiz arbeiten wollen, wären betroffen. Alle anderen Parteien warnten nach Bekanntwerden der Umfrageergebnisse erneut vor einer Einschränkung der Personenfreizügigkeit. Ebenso wie die Regierung in Bern hatten sich zuvor auch die Wirtschaftsverbände dagegen ausgesprochen. Eine Begrenzung der Zuwanderung würde den Fachkräftemangel verschärfen, warnten die Unternehmervertreter, und die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union gefährden.

Die Zuwanderungsgegner machen aber nicht nur Stimmung etwa gegen arme Migranten aus Osteuropa, sondern auch gegen Deutsche – rund 300 000 leben derzeit in der Schweiz. Mit einem Anteil von fast 16 Prozent unter den 1,8 Millionen Ausländern stehen sie insgesamt an zweiter Stelle hinter den Italienern, in der Deutschschweiz sogar an erster Stelle. Neben der Angst um den Arbeitsplatz treiben die Zuwanderungsgegner vor allem kulturelle Differenzen um: Den Einwanderern aus dem vergleichsweise riesigen Nachbarland werden gern Arroganz und mangelnde Anpassung an schweizerische Sitten nachgesagt.

(dpa)