1. Politik

Zurück zur Natur

Zurück zur Natur

Der Vorstoß, in einigen Supermarkt-Filialen auch ungewöhnlich gewachsenes Obst und Gemüse zu verkaufen, ist zu begrüßen. Denn ist es sinnvoller, eine krumme Gurke den Kunden anzubieten, als sie wegzuschmeißen oder als Tierfutter zu verwerten. Wenn dabei weniger betuchte Familien einige Euro sparen können, so ist das ebenfalls von Vorteil. Denn ärmere Schichten konsumieren oft – keineswegs immer! – zu viel Fertigessen und zu wenig frische Ware. Wenn nun also frisches Obst und Gemüse etwas günstiger wird, gut so.

Zweitens ermutigt die Initiative den Kunden, Obst und Gemüse wieder mehr als Naturprodukt zu begreifen. Die Landwirtschaft ist zwar zum Teil fast wie eine Industrie organisiert, doch das ist nur die halbe Wahrheit: Noch immer ist es so, dass Bauern ihre Felder mit dem eigenen Traktor düngen, dass sie persönlich die Saat ausbringen – und noch immer bedrohen Wetterextreme die Ernte. Am 6. Oktober war das Erntedankfest – die Existenz von krummer Ware erinnert uns daran, dass Obst und Gemüse eben doch keine Industrieware sind. Zurück zur Natur!

(RP)