Berlin: Zum Schluss noch einmal Ministerin

Berlin : Zum Schluss noch einmal Ministerin

Staatssekretärin Zypries steigt auf und folgt Gabriel als Wirtschaftsministerin.

Auf den letzten Metern ihrer politischen Karriere kommt auf sie noch einmal eine große Aufgabe zu: Brigitte Zypries, die im September nicht noch einmal für den Bundestag kandidieren will, wird morgen Nachfolgerin von Sigmar Gabriel als Bundeswirtschaftsministerin - in einer Zeit, in der US-Präsident Donald Trump die Karten der Weltwirtschaft neu mischt und die EU sich selbst neu definieren muss.

Viele in Berlin waren überrascht bis erschrocken über diese Personalie. Vor allem bei den Wirtschaftspolitikern der Union gibt es auch Unmut. Das Wirtschaftsressort dürfe jetzt nicht einfach bis zum Ende der Legislaturperiode verwaltet werden, lautet der Vorwurf an die SPD. Dazu sei die globale Lage zu ernst.

Doch Brigitte Zypries darf man auch nicht unterschätzen. Man hörte zwar in den vergangenen Jahren nicht viel von ihr, doch ihr ist zuzutrauen, dass sie in den kommenden neun Monaten durchaus eine eigene, stimmige Tonlage findet.

Die 63-jährige Darmstädterin ist bisher Parlamentarische Staatssekretärin der SPD in Gabriels Ministerium und zuständig für Digitalisierung, Mittelstand, Innovationen und Existenzgründer. Als Koordinatorin für die Luft- und Raumfahrt musste sie sich ein Feld erarbeiten, von dem sie keine Ahnung hatte.

Denn ihr eigentliches Kompetenzfeld ist die Jurisprudenz. Die studierte Juristin war von 2002 bis 2009 Bundesjustizministerin und genoss über die Parteigrenzen hinweg Anerkennung. Zypries war aber auch schon Staatssekretärin im niedersächsischen Arbeitsministerium und im Bundesinnenministerium - ist also anpassungsfähig.

Ihren Staatssekretärsposten will die SPD mit dem Bundestagsabgeordneten Dirk Wiese besetzen, wie aus Fraktionskreisen zu erfahren war. Der 33-Jährige kommt aus dem Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen, geboren wurde er in Paderborn.

Bisher ist Wiese Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie im Rechtsausschuss. 2003 trat Wiese in die SPD ein, seit Ende 2010 arbeitete der Jurist als Referent des Parteikollegen Franz Müntefering.

(jd / mar)
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